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26.06.2002 09:15

[ Tiroler Berufsvereinigung  ]


Ausbildungsentwicklung in Sozialbetreuungsberufen


Veranstaltungsbericht der Tiroler Berufsvereinigung der dipl. BehindertenpädagogInnen


Am 17. Mai 2002 fand im Rahmen einer Schulforumssitzung an der LHB Innsbruck eine Diskussionsrunde mit VertreterInnen von Schulbeirat, Trägervereinen, Studierenden, Lehrpersonen und der Tiroler Berufsvereinigung (tbv) bezüglich der beabsichtigten Vereinheitlichung der Ausbildung in den Sozialberufen durch ein bundesweites „Sozialbetreuungs-Berufe-Gesetz“ statt.

Basierend auf Informationen über eine Sitzung der LandessozialreferentInnen (Mitte April 2002) wurden folgende wichtige Punkte besprochen:

Zum Zeitpunkt der Sitzung haben die LandessozialreferentInnen dem Entwurf zur geplanten Neustrukturierung der Ausbildungen nicht in allen Punkten zugestimmt. Allerdings haben sich alle Länder darauf geeinigt, dass es künftig eine Ausbildung zum/zur SozialfachbetreuerIn geben soll, die aus einer verpflichtenden Pflegehilfe-Qualifikation mit anschließender Spezialisierungsmöglichkeit auf den Behindertenbereich bestehe.

Außerdem wurde festgestellt, dass durch vorzeitige Verbreitung des ersten Zwischenberichtes der Arbeitsgruppe bereits mehrere abgeänderte Versionen und Neuentwürfe bestehen, die von unterschiedlichen Trägervereinen, Berufsverbänden, usw. ausgearbeitet wurden. Im Moment liegt daher noch keine gültige Fassung vor.

Ziele der geplanten Vereinheitlichung der Ausbildungen sind:
1. EU-konforme Ausbildung
2. Erleichterte Umstiegsmöglichkeiten innerhalb der verschiedenen Ausbildungen (z.B.: Anerkennung von Praxisstunden und theoretischen Inhalten usw.)
3. Mögliche kürzere zertifizierte Ausbildungen, auch mit dem Ziel einer Aufwertung einer Ausbildung ohne anerkannten Abschluss (Familien/Heimhilfe).

Allgemein wurde von den Anwesenden befürchtet, dass kürzere Ausbildungen mit Abschluss dazu führen könnten bzw. in den östlichen Bundesländern schon dazu geführt haben, dass mögliche dreijährige Ausbildungen nicht zur Gänze in Anspruch genommen werden. Dadurch könnte nach Meinung der Anwesenden die Qualität der Betreuung bzw. der Begleitung sinken.
Nach der Landessozialreferentensitzung konnte klar ersehen werden, dass die östlichen Bundesländer offensichtlich mehr zu pflegerisch orientierten kürzeren Ausbildungen tendieren, wohingegen die westlichen Bundesländer dem pädagogischen Schwerpunkt den Vorrang einräumen.

In Tirol wird beabsichtigt, eine Arbeitsgruppe mit VertreterInnen der Trägervereine, von Betroffenen, der Berufsverbände und des Landes Tirol zu bilden.

Mögliche Themen dieser Arbeitsgruppe sind:
Ausbildungsreform ein modulares Ausbildungssystem in Zusammenarbeit mit Ausbildungsträgern in der Erwachsenenbildung (z.B. BFI, WIFI usw.) und deren bereits bestehender Infrastruktur. In diesem Zusammenhang wurde ein E-Learning – Modell angesprochen.
Anstreben einer generellen gesetzlichen Verankerung der Sozialbetreuungsberufe (Berufsschutz)
Eine qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung im Sozialbereich mit besonderem Augenmerk auf die Erhaltung pädagogischer Schwerpunkte.



zu diesem Thema:

[01.03.2007] Soziale Lehre

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