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26.10.2002 22:39

[ Heidrun Aigner ]

[ Berufsverband der BehindertenbetreuerInnen ]


Fasslabend demonstriert Ahnungslosigkeit


"Die Pflegeberufe werden einer der Schwerpunkte unserer Arbeit der nächsten Legislaturperiode sein", versprach ÖAAB-Bundesobmann Dr. Werner Fasslabend gestern in einer Pressekonferenz mit ÖVP-Generalsekretärin Maria-Rauch-Kallat.


Fasslabend schlug vor, einen dreijährigen berufsbegleitenden Lehrgang einzuführen, der mit dem Berufsbild der/des "Diplomierten Sozialfachbetreuerin/Sozialfachbetreuers" abschließt. Dabei scheint ihm entgangen zu sein, dass es eine solche Ausbildung, nämlich die zur "Diplomierten BehindertenpädagogIn" gibt, an deren Umstrukturierung seit mehreren Jahren gearbeitet wird.

Weiters stellte Fasslabend fest, dass derzeit Berufsbilder fehlen, sowohl das des Alten- als auch des Behindertenpflegers. Das Berufsbild der Diplomierten Behindertenpädagogin existiert tatsächlich nicht, im Zuge der Ausbildungs-Modifikation bemühen sich die Länder seit geraumer Zeit aber - wohl unter Ausschluss der Berufsvertretungen - um die Schaffung solcher. Die Bezeichnung "BehindertenpflegerIn" ist bezeichnend für eine entmündigende "remedizinialisierte" Sicht auf behinderte Menschen.

In Erinnerung an die zehn Jahre zurückliegenden Vorkommnisse in Lainz hält Fasslabend ständige Supervision und Motivation für ArbeitnehmerInnen in Pflegeberufen für nötig. "In diesem Bereich ist der Anteil des Gebens ungleich höher als der des Nehmens", sagte Fasslabend. Seiner scheinbaren Forderung nach Professionalisierung widerspricht er maßgeblich, indem er den karitativen Charakter sozialer Berufe in den Vordergrund stellt. Hier versucht Fasslabend mit der Assoziation an die von Krankenschwestern verübten Morde in Lainz eine polemische Emotionalisierung.

Mit den Aussagen, die der ArbeitnehmerInnen-Vertreter gestern tätigte, legte er ein umfassendes Zeugnis seiner Inkompetenz und Ahnungslosigkeit den Bereich Sozialberufe betreffend ab. Dass sich PolitikerInnen erst in Wahlkampf-Zeiten wenig populärer Anliegen und Zielgruppen annehmen, ist nichts Neues. Werner Fasslabend hält es aber nicht einmal für notwendig, Tatsachen korrekt darzustellen und ein Minimum an Information einzuholen. "Die Pflegeberufe werden einer der Schwerpunkte unserer Arbeit der nächsten Legislaturperiode sein", der ÖAAB-Bundesobmann. Diese Aussage kann nur als Drohung aufgefasst werden.



zu diesem Thema:

[01.03.2007] Soziale Lehre

[02.07.2002] Berufsbild ?!

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