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01.03.2001


Kompetenzpapier für Dipl. BehindertenpädagogInnen


Das Papier wurde von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet, an der Vertreter von größeren und kleineren Trägerorganisationen (Caritas, Diakoniewerk, Chance B, Institut Hartheim, Lebenshilfe), VertreterInnen von AbsolventInnen der Lehranstalten für heilpädagogische Berufe, DirektorInnen der genannten Ausbildungsform sowie behinderte Menschen selbst beteiligt waren.


Wird Behinderung nicht als schicksalshafte Gegebenheit angesehen, sondern als Ausgangspunkt bzw. mitgestaltendes Element eines Lebensprozesses, so ergeben sich daraus spezielle Anforderungen für Dienstleistungen.

Die Ausbildung für Mitarbeiterlnnen zielt auf die Vermittlung von Grundkompetenzen für die
Arbeit mit Menschen mit Behinderung / Beeinträchtigung in deren Lebensfeldern Arbeit, Wohnen und Freizeit ab. Es geht darum, Lebensbedingungen zu schaffen, dass Menschen mit Behinderung Rahmenbedingungen im Sinne der "Standard Rules" der Vereinten Nationen (A/Res/48/96, verabschiedet am 20.12.1993) vorfinden. Die Schnittmenge der in allen Bereichen nötigen Basisqualifikation ist Gegenstand der folgenden Auflistung. Für die Vertiefung bzw. Spezialisierung in einem Teilbereich sollen weiterführende Ausbildungsmaßnahmen angeboten werden.
Kompetenz setzt sich zusammen aus

- Wissen
- Können
- Haltung

KOMPETENZBEREICHE

1 SACHKOMPETENZ

Orientierung am aktuellen human- und sozialwissenschaftlichen Wissensstand sowie Kenntnis der gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die Fähigkeit, die für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung / Beeinträchtigung erforderlichen Erkenntnisse daraus abzuleiten und umzusetzen.

1.1 Pädagogische Kompetenzen:

Es gilt, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die begleiteten Menschen ihr Leben so selbstbestimmt und selbstständig wie möglich gestalten und ihre Ziele anstreben können.

- Planung, Durchführung und Evaluierung von Förderungs- und Bildungsangeboten
- Individuelle Entwicklungsplanung und zielorientierte Begleitung (Erhebung, Planung, Durchführung, Evaluierung)
- Kennen und Umsetzen von geeigneten
qualitätssichernden Maßnahmen
- Selbstständigkeit in der Aneignung und Umsetzung von Wissen (aktuelle wissenschaftliche Grundlagen)
- Andere involvierte Personen (z.B. Praktikantlnnen, Zivildiener, Angehörige, ...) einschulen und begleiten

1.2 Komp. im Bereich Beratung und Begleitung:

Ziel ist herauszufinden, was jemand in seiner
Lebenssituation wünscht und/oder braucht und ihn/sie in der Bearbeitung zu unterstützen - dies bezieht sich auf Menschen mit Behinderung/Beeinträchtigung ihre Angehörigen und das jeweilige Umfeld.
- In Fragen der Lebensführung beraten und
begleiten
- Beratungsangebote für alle Lebensbereiche kennen und angemessen weitergeben
- Über die Dienstleistungsangebote und deren Nutzung beraten
- Unterstützung bei der Entwicklung von Lebenszielen und deren Umsetzung geben
- Auf Lebensübergänge vorbereiten und entsprechend beraten
- Neue Lebenssituationen und Lebenskrisen erfassen und bearbeiten

1.3 Kompetenzen im Bereich Pflege:

In Abgrenzung zur Verantwortung für die Pflege von Kranken geht es hier in der Sozialpflege um die Erhaltung der Gesundheit in den Bereichen

- Körperpflege
- Ernährung
- Gesundheitspflege im engeren Sinn

1.4 Kompetenzen im musisch-kreativen Bereich:

Es geht darum, Techniken und Fähigkeiten zu erlernen, die man in verschiedenen Bereichen und Situationen

- als persönliches Ausdrucksmittel
- zur Gestaltung des Tagesablaufes
- zur Gestaltung der Lebenswelten anwenden kann

2 ORGANISATORISCHE KOMPETENZ

Dabei geht es darum, sich als Teil von Organisationen sehen zu können, und die Rahmenbedingungen für die eigene Arbeit mitzugestalten.
- Planung, Durchführung und Dokumentation der eigenen und gemeinsamen Arbeit (z.B. Dienstpläne)
- Erfassen von Strukturen, Abläufen und Dynamiken von Organisationen und professioneller Umgang in und mit Organisationen
- Grundverständnis wirtschaftlichen Denkens und seine Anwendung in der Behindertenarbeit

3 PERSÖNLICHE UND SOZIALE KOMPETENZ

Dabei geht es um Wissen, Können und Haltungen, die nur innerhalb eines sozialen Lernfeldes mit praktischen Erfahrungen erworben und weiterentwickelt werden können, mit dem Ziel, sich mit Situationen verantwortungsbewusst auseinanderzusetzen und erfolgreich zu verhalten.

- Kommunikationssituationen gestalten und
reflektieren
- Kooperationen auch in schwierigen Situationen eingehen
- Beziehungsarbeit leisten
- Rollen klären und sich entsprechend verhalten
- Verantwortung übernehmen und tragen
- Konflikte aushalten und konstruktiv bearbeiten
- Die eigenen Motive, die eigenen Haltungen und das eigene Handeln im jeweiligen Kontext reflektieren
- Möglichkeiten finden und nützen um Belastungen zu bearbeiten
- Unsichere, unklare Situationen aushalten
- In schwierigen Situationen auch allein handlungsfähig bleiben
- Teamfähig sein



zu diesem Thema:

[01.03.2007] Soziale Lehre

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