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BAGS Kollektivvertrag 2010

Caritas Kollektivvertrag 2010 Gehaltstabelle

Die Berufliche Integration von behinderten Männern. Und Frauen.

Pflegegeld: Mitbestimmung für Pflegefachkräfte wird getestet

Einstellungen von ProfessionistInnen gegenüber behinderten Menschen


aktuell

 

Corporate Social Responsibility (CSR) – Oberösterreichs Unternehmen zeigen wie’s geht!

Unternehmen springen für säumige Landesregierung in die Presche 

23.08.2010 | APA  | Redaktion


Christoph Schlingensief ist tot

Behinderten-Community verliert engagierten Fürsprecher 

22.08.2010


Online-Beratung für Ehrenamtliche

Hilfe per Mouseklick von Kolping Österreich 

18.08.2010 | kolping.at  | Redaktion


Pflegegeld: Valorisierung oder Kürzung?

Sparwelle erfasst Pflegegeld. Was bringt das Jahr 2011 für PflegegeldbezieherInnen... 

13.08.2010 | APA, Salzburger Nachrichten  | Redaktion


Gewerkschaft gegen geplante Kürzungen beim Pflegegeld

GÖD kündigt Kampfmaßnahmen an! 

13.08.2010 | APA  | Redaktion


Pflegegeld: Mitbestimmung für Pflegefachkräfte wird getestet

Pilotversuch soll die Einbeziehung von PflegerInnen in die Einstufung des Pflegegeldes prüfen. 

12.08.2010 | APA  | Redaktion


Nachfrage nach Fachkräften im Pflegebereich steigt dramatisch

Sozialmilliarde und Pflegefonds sollen Abhilfe schaffen 

04.08.2010 | ORF, vida, GPA-djp  | Redaktion


Behinderteneinstellungsgesetz: weitreichende Reformen geplant

Neuer Schwung in Diskussion um Anpassung von Kündigungsschutz und Ausgleichstaxe 

03.08.2010 | Ö1-Radio, APA  | Redaktion


Auszeichnung für Film "Das Bildnis eines behinderten Mannes" in Berkeley / Kalifornien

Erfolgsstory für die Kooperation von universitärer Forschung mit der Selbstbestimmt Leben Bewegung 

26.07.2010 | BIZEPS  | Redaktion


E-Voting für Sozial-Förderpreis 2010

Verein Pilgrim aus dem Bereich Behindertenarbeit ist nominiert! Helft mit durch euer Voting! 

14.07.2010 | Verein PILGRIM  | Raphael Eder


Neue Einschätzungsverordnung - Diskussion um Kündigungsschutz

"Begünstigt behindert" nicht immer ein Vorteil - Kündigungsschutz für behinderte ArbeitnehmerInnen muss überdacht werden 

08.07.2010 | APA OTS  | Redaktion


Einschätzungsverordnung für den Grad der Behinderung modernisiert

Einführung einer funktions- anstelle einer diagnosebezogenen Beurteilung 

16.06.2010 | APA  | Redaktion


Special Olympics Österreich heuer in St. Pölten

Über 2000 AthletInnen mit mentaler Behinderung kämpfen ab 17. Juni 2010 um Medaillen. 

15.06.2010 | www.specialolympics.at  | Redaktion


Rechtsanspruch auf Persönliche Assistenz gefordert

200 Menschen mit und ohne Behinderung demonstrieren von dem Sozialministerium 

09.06.2010 | Redaktion


Lebenshilfe setzt sich für Persönliches Budget ein

In Deutschland gibt es das PB seit 2008 

07.06.2010 | APA OTS  | Redaktion


Austrias next Top-Writer: Ohrenschmaus 2010 sucht beste Texte

Der Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten/intellektueller Behinderung geht in die nächste Runde 

22.05.2010 | ohrenschmaus.net  | Redaktion


ÖZIV Studie zur baulichen Barrierefreiheit veröffentlicht

Untersucht wurde die Situation von Unternehmen und NPOs in Ostösterreich; Unternehmen sind schlecht über Fördermöglichkeiten informiert 

20.05.2010 | ÖZIV  | Redaktion


Inklusive Bildung ermöglich selbstbestimmtes Leben

Monitoringausschuss fordert umfassende Strukturreformen im Bereich Bildung; Kritische Stimmen seitens des Blindenverbands 

13.05.2010 | Thomas Stix


Causa Behindertenanwalt: Schlichtung abgeschlossen

Entwicklung eines transparenten Bestellungsverfahrens angestrebt 

13.05.2010 | APA OTS  | Redaktion




15.09.2004

[ Christian Brüser ]

[ Ö1 ]


Die Berührbare


Ein Auftanken der Seele


"Ich habe 1994 ganz spontan angefangen erotische Massagen anzubieten und gemerkt, dass mir das unheimlich Spaß macht." Nina de Vries hat als Grafikerin und Künstlerin gearbeitet, machte eine Therapieausbildung und hat anschließend in einem Rehabilitationszentrum gelebt. "Da konnte ich meine Scheu vor Menschen mit Behinderungen abbauen." Mit der Zeit kamen auch Menschen mit Körperbehinderung, um sich von ihr massieren zu lassen, später auch geistig behinderte Menschen.
Seit einigen Jahren arbeitet Nina de Vries fast ausschließlich mit schwer geistig behinderten Menschen. Größtenteils können sie nicht sprechen, und es wird ihnen in der Regel nie möglich sein, eine Paarbeziehung einzugehen.

Wenn die Hände nicht mehr gehorchen

Sie erzählt von einem jungen Mann, der nach einem Motorradunfall mit schwerem Schädelhirntraume im Rollstuhl sitzt. Seine Hände "gehorchen" ihm nicht mehr, und er leidet sehr, weil er nicht weiß, wohin mit seiner angestauten sexuellen Energie. Weder seine Mutter noch seine Pfleger können ihm helfen. "Da ist eine Grenze, die diese Personen nicht überschreiten können. Ein Sexualbegleiter kann in dieser Situation 'Hand anlegen’. Man kann das sehr liebevoll machen, was für diese Menschen unheimlich wohltuend ist."

Verspielt-erotische Atmosphäre

Die Holländerin Nina de Vries lebt in Potsdam bei Berlin. Sie empfängt ihre Besucher in weißer, bequemer Kleidung. Ihr schwarzes, langes Haar trägt sie offen. Ihre Wohnung ist einladend: Sonnendurchflutet, es duftet nach Räucherstäbchen. Im Zimmer mit der großen Matratze dominiert die Farbe Rot. Bilder von Blumen, indischen Gottheiten und Figuren von Niki des Saint Phalle erzeugen eine verspielt-erotische Atmosphäre.

Hier besuchen sie die Klienten, die dazu in der Lage sind. Wer aufgrund seiner Behinderung nicht kommen kann, den besucht Nina de Vries zuhause oder in der jeweiligen Einrichtung.

Wichtige Fragen

Wenn Behinderte, Angehörige oder Betreuer möchten, dass Nina de Vries kommt, klärt sie zuerst telefonisch viele wichtige Fragen. Unter anderem auch den Preis. 80 Euro kostet eine Stunde bei ihr. Hausbesuche 110.

Oft lädt man Nina de Vries ein, ihre Arbeit in einer Behinderteneinrichtung zu präsentieren, so dass alle Mitarbeiter Bescheid wissen. Meistens gewinnt sie das Vertrauen der Mitarbeiter, doch einige lehnen ihre Arbeit ab. "Dadurch nehmen sie diesen Menschen eine wichtige Erfahrungsmöglichkeit weg. Ich denke es liegt meistens am Umgang mit der eigenen Sexualität."

Nicht nur das Geld zählt

Beim ersten oder bei den ersten beiden Terminen findet eine vorsichtige Annährung zwischen Nina de Vries und ihren Klienten statt. Beide bleiben angezogen und Nina de Vries versucht herauszufinden, ob ihr Gegenüber ihre Dienstleistung wirklich will. "Das ist der Unterschied zur Prostitution, da geht es nur ums Geld. Für mich ist es unvorstellbar, die Arbeit zu machen, wenn es nicht stimmig ist."

Die eigenen Grenzen kennen

Weil Nina de Vries Kunden meistens nicht sprechen können, achtet sie ganz genau auf jeden Blick, jeden Laut und jede Muskelbewegung. Das wichtigste bei ihrer Arbeit ist es, präsent zu sein und den eigenen Körper, die eigene Sexualität genau zu kennen. Vor allem auch die eigenen Grenzen. "Geschlechtsverkehr oder Oralkontakt biete ich nicht an."

Nina de Vries hat in der Schweiz kürzlich sechs Frauen und vier Männer zu Sexualbegleitern ausgebildet. Leute mit Helfersyndrom seien für diese Arbeit allerdings ungeeignet. "Die Arbeit muss mit Freude gemacht werden. Nur so kann es eine wirklich gute Sache sein kann."


Link:

OE1


Buchtipp


zu diesem Thema:

[07.06.2009] Paradigmenwechsel

[25.02.2008] Wenn Sprache behindert

[15.09.2004] Die Berührbare

[06.11.2002] Ninlil

[31.10.2001] Arztpraxen für alle!