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Datum: 08.11.2010

Rückblick: Nationaler Infotag der ÖAR zum Thema Barrierefreiheit

Podium Nationaler Informationstag der ÖAR 2010 (Foto: behindertenarbeit.at)

Gerade vor ein paar Tagen wurden die Beschlüsse zur Kürzung des Pflegegelds, zur Verschiebung der Fristen zur barrierefreien Gestaltung von Bundesgebäuden etc. bekanntgegeben. Heute wird im Sozialministerium ein Infotag der ÖAR abgehalten…

Ein sichtlich unglücklicher Präsident der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, Klaus Voget, eröffnet mit ein paar diplomatischen Worten den Nationalen Informationstag 2010. Das Thema ist die Barrierefreiheit. Präsent ist jedoch die Tagespolitik: Gespart wird beim Pflegegeld und bei der Barrierefreiheit!

Interessantes zum barrierefreien WWW

Die Vorträge der Ministerialbeamten bringen wenig Neues, danach der Vortrag von Eva Papst (blind), die interessante Inputs zum Thema barrierefreies Internet liefert – anschaulich und praxisnah. Und für alle, die es noch nicht wissen: Barrierefreies Internet bringt nicht nur behinderten Menschen etwas. Es hilft auch Suchmaschinen wie Google, die Inhalte der Website besser ausfindig zu machen.

Pause mit Gedränge

Dann Mittagspause. Das Buffet in einem viel zu kleinen Raum führt zu einem Gedränge (diese vielen RollstuhlfahrerInnen…), was den Relaxionseffekt merklich dämpft. Auf genügend Sitztische für uns RollifahrerInnen wurde diesmal aber nicht vergessen. Pluspunkt.

Dr. Schuster springt ein

Um 13 Uhr ist der Herr Minister Hundstorfer angesagt. Er hat Verspätung. Um nur keine Zeit zu verlieren, wird der Vortrag des Bundessozialamtsleiters Dr. Schuster vorgezogen. In gewohnter Professionalität präsentiert der BASB-Chef die Arbeit des Bundessozialamts auf dem Gebiet der Integration von behinderten Menschen am Arbeitsmarkt.

Der Herr Minister versucht zu erklären, dass nicht gekürzt wird. Wer soll’s glauben?

 

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (Foto: behindertenarbeit.at)

Und jetzt der Auftritt des Ministers. Hundstorfer geht ohne Umschweife auf das Thema Pflegegeld ein und erklärt uns, dass gar nicht gespart wird, sondern nur weniger ausgegeben. Eine nette Rede, aber bitte bleiben wir bei der Realität! Gespart und gekürzt wird ohnehin schon, weil ja wieder nicht valorisiert wird, und noch dazu werden im nächsten Jahr um etwa 10.000 Menschen weniger zum Bezug von PG berechtigt sein. Das ist Kürzen bei denen, die’s am meisten brauchen!

Dann noch die Information, dass die Frist zur barrierefreien Gestaltung von öffentlichen Gebäuden verlängert werden soll. Das hat sich u.a. die Frau Unterrichtsministerin gewünscht! Wie soll jemals eine inklusive Bildung verwirklicht werden, wenn behinderte Menschen ein Schulgebäude nicht mal betreten können???

Fazit: Den Nationalen Informationstag hätte ich mir und bestimmt andere auch anders vorgestellt.

Ja, in der Tat. Dieser Infotag hat leider keinen positiven Eindruck hinterlassen. Er hat eindrucksvoll gezeigt, dass behinderte Menschen wieder viel massiver um ihre Rechte werden kämpfen müssen…


AutorIn: Thomas Stix
Zuletzt aktualisiert am: 04.06.2015
Artikel-Kategorie(n): Behindertenpolitik, News, Pflegegeld und Pflegevorsorge
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