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Datum: 13.06.2024

Inklusion im Eventbereich: “Es wird mehr und es wird größer, weil das Bewusstsein wächst”

Christina Riedler, Martina Gollner | Fotocredits: FullAccess

30.06.2024

Sommerzeit ist Veranstaltungszeit! In wenigen Tagen startet das Donauinselfest in Wien, heuer erstmals mit einem großen Inklusionskonzert. Mitorganisiert und betreut wird das Konzert von FullAccess. Die Beratungs-Agentur hat sich auf die Umsetzung inklusiver Events spezialisiert. Behindertenarbeit.at hat mit den beiden Gründerinnen gesprochen.

„Einfach mal rauskommen aus dem Alltag, Gleichgesinnte treffen, das ist so wichtig“, weiß Christina Riedler von FullAccess. Ein Satz, der auch und ganz besonders auf Menschen mit Beeinträchtigungen zutrifft. Doch gerade im Veranstaltungsbereich wurde dieser Zielgruppe lange Zeit nur wenig Beachtung geschenkt, wie die beiden Geschäftsführerinnen aus eigener Erfahrung wissen. Christina Riedler war viele Jahre als Begleitperson für Menschen mit Behinderungen tätig, Martina Gollner wurde aufgrund ihrer hochgradigen Sehbehinderung immer wieder mit Barrieren konfrontiert.

Ein Konzertbesuch in Großbritannien gab schließlich den Anstoß, selbst aktiv zu werden. „Hier war alles so unkompliziert. Großbritannien war Österreich in Sachen Inklusion etwa 15 Jahre voraus“, erinnert sich Christina Riedler. Im Jahr 2016 wurde schließlich die Beratungs- und Kommunikationsagentur FullAccess gegründet, mit dem Ziel, auch in Österreich mehr Bewusstsein für sozial nachhaltiges Veranstalten zu etablieren.

Veranstalter:innen zunehmend interessiert am Thema Barrierefreiheit

Mittlerweile berät und unterstützt FullAccess unterschiedlichste Veranstalter:innen in ganz Österreich, darunter auch das Donauinselfest in Wien. „Es gibt zwei Typen von Veranstalter:innen, die mit uns in Kontakt treten: Die einen haben einen persönlichen Bezug und dadurch ein Bewusstsein. Die anderen kommen zu uns, weil es Schwierigkeiten oder Beschwerden gab“, erfahren wir im Gespräch.

Auf die Frage, was sich seit der Gründung vor acht Jahren verändert hat, antworten beide Geschäftsführerinnen rasch: „Es wird mehr und es wird größer, weil das Bewusstsein wächst.“ Veranstalter:innen wollen Awareness schaffen, auch um sich von anderen abzugrenzen. Gleichzeitig werde erkannt, dass Menschen mit Behinderungen eine wichtige Kund:innengruppe sind, die es zu gewinnen gilt. Dennoch seien große Events, die sich um Inklusion bemühen, eher Ausnahmen.

Viele Fragen und Sorgen, die im Vorfeld geklärt werden müssen

Als Kommunikations-Agentur berät FullAccess nicht nur Veranstalter:innen zur Umsetzung, sondern ist auch Ansprechpartner für Besucher:innen mit Behinderungen vor und während der Events. Und Anfragen kommen viele, quer durch die Bank, erzählt Martina Gollner.

„Man sieht, dass sich Menschen mit Behinderungen vor dem Besuch eines Konzerts oder Festivals viele Gedanken machen. Da gibt es kleinere und größere Fragen und Unsicherheiten. Darf man beispielsweise Hilfsmittel wie einen Stock mitnehmen, komme ich damit durch den Security Check?“, so Gollner. Wenn es einen klaren Ansprechpartner gibt, vereinfacht das vieles. „Dann ist das geklärt und eine Sorge weniger.“

„Man kann auch mit wenig Budget Barrierefreiheit schaffen“

Nicht alle Veranstalter:innen zeigen sich offen für inklusive Maßnahmen. Oft fällt das Argument „das kann ich mir nicht leisten.“ Dabei muss Barrierefreiheit nicht teuer sein, zeigt sich das Team von FullAccess überzeugt. Manche Dinge sind einfach, haben aber große Wirkung. „Beispielsweise braucht jede Veranstaltung sowieso Beschilderung als Orientierungshilfe. Hier lässt sich viel machen, damit sich auch Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen zurechtfinden“, so Martina Gollner.

Statt großem Budget ist in erster Linie der Wille wichtig, damit eine Veranstaltung für alle Menschen zugänglich wird. Und manchmal hilft Kreativität. „Vielleicht ist der Hauptzugang nicht barrierefrei, aber dann findet sich eine passende Rampe oder ein Lift im Nebengebäude, an den man nicht gedacht hat“, so die Gründerinnen über ihre Arbeit.

Klare Kommunikation und Kontaktmöglichkeit wichtig

Da und dort gibt es auch Grenzen. FullAccess spricht daher bewusst von „barrierearmer Umsetzung“. „Wir versuchen das meiste aus dem zu machen, was mit den Mitteln vor Ort möglich ist.“ Aber nicht alles funktioniert und manches ist schwer planbar. So bleibt bei einem Outdoor-Event ohne asphaltierten Untergrund je nach Wetterlage immer ein Unsicherheitsfaktor, wenn man zum Beispiel mit einem Rollstuhl kommen möchte.

Wichtig ist es, hier klar zu kommunizieren, betonen beide. Alles, was der Veranstalter zur Barrierefreiheit sagen kann, sollte auf der Website zu finden sein. Und wenn dann noch Fragen offen sind, braucht es eine Kontaktmöglichkeit.

Reduzierte Tickets für Begleitpersonen als sinnvolle Investition

Martina Gollner hat noch einen Tipp, aus eigener Erfahrung, wie sie uns verrät: „Wir empfehlen immer, dass man kostenlose oder zumindest preisreduzierte Tickets für Begleitpersonen anbietet. Das kann mit einer Beeinträchtigung eine wichtige Erleichterung sein“. Letztlich zahlt sich dieses Angebot auch für den Veranstalter aus, denn ohne Begleitperson wäre das erste Ticket gar nicht gekauft worden.

Christina Riedler ergänzt: „Das Wichtigste ist: Wenn der Eindruck positiv ist, dann komme ich wieder. Dann komme ich das nächste Mal nicht nur mit einer Begleitperson, sondern mit vielen Leuten.“


Infos zum Inklusionskonzert
https://www.behindertenarbeit.at/142312

Webauftritt von FullAccess
www.fullaccess.at


AutorIn: Alice Bauer
Zuletzt aktualisiert am: 13.06.2024
Artikel-Kategorie(n): News
Permalink: [Kurzlink]
News
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