Seit über zehn Jahren gibt es die Selbstvertretung der Lebenshilfe Steiermark, die als starke Stimme für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen wirkt. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die gleiche Rechte und Chancen fordert.
„Wir sagen, was für uns wichtig ist. Wir sprechen für uns selbst. Das ist gut und wichtig“, betont Helga Schneeberger von der Tageswerkstätte Vorau. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Patrick Jandl, der im Integrationszentrum Neudau tätig ist, nimmt sie regelmäßig an den Landeskonferenzen teil. Dort werden zentrale Themen wie inklusive Bildung oder barrierefreies Wohnen diskutiert. „Besonders wichtig ist uns, dass niemand ausgeschlossen wird und alle die gleichen Rechte und Chancen haben“, ergänzt Jandl.
Die Lebenshilfe Steiermark ist mit ihren zehn Mitgliedsorganisationen die größte Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen in der Steiermark. Die Selbstvertretung ist dabei ein unverzichtbarer Bestandteil, denn hier treten Menschen mit Behinderung als Expert*innen in eigener Sache auf. Sie gestalten die Gesellschaft aktiv mit und bringen ihre Sichtweisen, Bedürfnisse und Wünsche auch in Politik und Medien ein. Dabei werden die Anliegen nicht nur individuell formuliert, sondern oft durch Umfragen und den Austausch mit anderen Menschen mit Behinderungen gesammelt.
Regionale und internationale Tätigkeit
Die Arbeit der Selbstvertreter:innen reicht von regionaler bis hin zu internationaler Ebene. Sie vernetzen sich, tauschen Erfahrungen aus und bearbeiten Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit, Bewusstseinsbildung und selbstbestimmtes Leben. Zudem arbeiten sie sowohl innerhalb der Lebenshilfe als auch mit externen Partnern an Projekten mit – etwa bei der Einführung unterstützter Kommunikation oder beim Online-Zeitungsprojekt „mitmir“ der FH Johanneum Graz. „Ich setze mich als Selbstvertreter ein, weil mir sichtbar machen und sichtbar sein wichtig ist“, bringt Jandl die Motivation auf den Punkt.
Kompetenznetzwerk Mitsprache
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Information der Kolleg:innen. Damit alle in Lebenshilfe Hartberg über aktuelle Entwicklungen Bescheid wissen, gibt es monatliche Vernetzungstreffen mit den Interessensvertreter:innen der Standorte. Zusätzlich sorgt das Kompetenznetzwerk Mitsprache für Austausch und Transparenz. So werden Informationen aus der Selbstvertretungskonferenz zeitnah weitergegeben, etwa über Neuerungen bei der Kurzzeitunterbringung oder beim persönlichen Budget nach Gesprächen mit dem Land Steiermark.
Das Engagement von Helga Schneeberger und Patrick Jandl zeigt, dass Selbstvertretung weit mehr ist als nur ein Gremium. Sie macht deutlich, dass Inklusion dort entsteht, wo Menschen mit Behinderung ihre Stimme erheben und aktiv mitgestalten. Damit wird der Weg bereitet für eine Gesellschaft, in der alle die gleichen Chancen haben und niemand ausgeschlossen wird.
