Vor 20 Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) in der Bundesverfassung verankert. Das ist ein Erfolg, den die Gehörlosengemeinschaft erkämpft hat. Doch trotz dieser Anerkennung bleibt die Realität für viele gehörlose Menschen in Österreich weiterhin von Barrieren geprägt.
Rechte auf dem Papier, Hürden im Alltag
Auch zwei Jahrzehnte nach der Verfassungsänderung mangelt es in zentralen Bereichen an echter Gleichstellung: barrierefreie Bildungsangebote sind nicht flächendeckend vorhanden, es fehlt an gehörlosen Pädagog:innen, qualifizierten Dolmetscher:innen, inklusiven Arbeitsplätzen sowie an einem gleichberechtigten Zugang zu Politik, Kultur, Gesundheit und digitalen Angeboten.
„Viele feiern das Jubiläum, aber wir erleben Diskriminierung weiterhin tagtäglich. Es reicht. Jetzt braucht es echte Teilhabe, nicht nur Worte!“, betont Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes (ÖGLB).
20 Jahre ÖGS-Anerkennung – 20 Forderungen
Aus diesem Anlass startet die Community die Kampagne „20 Jahre ÖGS-Anerkennung – 20 Forderungen“. Gehörlose Menschen aus ganz Österreich bringen darin zentrale Anliegen vor, darunter:
- Recht auf bilinguale Bildung ab Geburt
- Deaf Lead: Gehörlose Führungskräfte in allen relevanten Bereichen, damit Bedürfnisse und Perspektiven authentisch in Entscheidungsprozesse einfließen
- Barrierefreiheit in Arbeit, Politik, Kultur und digitalen Angeboten
- Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
„Die Gehörlosengemeinschaft erhebt ihre Hände. Wir stehen auf, und wir stehen ein für unsere Rechte!“, so Jarmer. Und sie ergänzt: „Ohne Kommunikation keine Gleichberechtigung – wir verlangen endlich unser Recht auf Sprache.“
Quelle
Österreichischer Gehörlosenbund via OTS.at | 01.09.2025
20 Jahre verfassungsrechtliche Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20250901_OTS0087/
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2025
Artikel-Kategorie(n): Gleichstellung und Antidiskriminierung, News
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