Am Donnerstag, 13. November 2025, fand die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) und den Gewerkschaften vida und GPA statt. Eine Einigung auf einen SWÖ-KV 2026 konnte auch diesmal nicht erzielt werden.
Die Gespräche standen unter sehr schwierigen Voraussetzungen: Durch massive Kürzungen von Bund, Ländern und Gemeinden verschärft sich die finanzielle Lage vieler sozialer Einrichtungen zunehmend – mit Unsicherheiten bereits für das Jahr 2026 und darüber hinaus.
SWÖ pocht auf Planungssicherheit
Angesichts der aktuellen Situation plädierte die SWÖ in den Verhandlungen für einen Zwei-Jahres-Abschluss, um zumindest ein Mindestmaß an Stabilität und Verlässlichkeit für Trägerorganisationen und Beschäftigte zu schaffen.
Die finanziellen Spielräume seien äußerst begrenzt. Das Angebot der SWÖ an die Gewerkschaften sah daher eine Gehaltserhöhung von insgesamt 2,5 Prozent über zwei Jahre vor. Diese Valorisierung sollte auf die Jahre 2026 und 2027 verteilt werden.
Die Gewerkschaften lehnten dieses Angebot ab, woraufhin die Gespräche einvernehmlich vertagt wurden.
SWÖ: „Es geht darum, das Erreichte zu verteidigen“
Die SWÖ weist darauf hin, dass die Verhandlungen zunehmend zu einem Wettlauf gegen die Zeit werden. In mehreren Bundesländern werden Förderungen gekürzt, Budgets eingefroren oder Projekte gestrichen – Entwicklungen, die die Verhandler:innen zusätzlich unter Druck setzen.
Im Mittelpunkt der SWÖ steht daher:
- Arbeitsplätze sichern und Organisationen stabil halten
- Versorgung gewährleisten, damit Leistungen für Klient:innen bestehen bleiben
- Planungssicherheit schaffen, damit Einrichtungen und Mitarbeitende nicht länger im Unklaren bleiben
Die SWÖ betont, dass es heuer nicht um große Spielräume, sondern darum gehe, die soziale Infrastruktur zu schützen.
Forderungen der Gewerkschaften
Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA, sagt: „Das Arbeitgeberangebot ist unzureichend und keine Grundlage für ein Weiterverhandeln am heutigen Tag. Offenbar ist den Arbeitgebern der Ernst der Lage nicht bewusst.“
Die Gewerkschaften planen nun österreichweit Betriebsversammlungen in den Unternehmen einzuberufen, die Beschäftigten zu informieren und vorsorglich Streikbeschlüsse fassen. Darüber sind Kundgebungen im öffentlichen Raum geplant.
„Das Angebot der Arbeitgeber liegt massiv unter der Inflationsrate. Die Vorstellung, dass der Sozialbereich, der nach wie vor händeringend Personal sucht und zigtausende Stellen ausgeschrieben hat, nachhaltig funktionieren kann, ohne dass die Gehälter an die Teuerung angepasst werden, ist absurd“, sagt Michaela Guglberger, Verhandlerin für die Gewerkschaft vida.
Die Gewerkschaften vida und GPA halten an ihren Forderungen fest. Diese umfassen:
- 4 % Lohn- und Gehaltserhöhung
- 25 % Erhöhung von Zulagen und Zuschlägen
- Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche
- Eine zusätzliche Urlaubswoche für alle Beschäftigten
Ausblick: Fortsetzung Ende November
Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag, 27. November 2025 geplant. Über den weiteren Verlauf soll zeitnah berichtet werden.
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 13.11.2025
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsbedingungen, News
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