Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und im Rahmen der weltweiten Initiative „16 Tage gegen Gewalt“ macht der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen (DWS) auf eine alarmierende Realität aufmerksam: Frauen mit Mehrfachdiskriminierung sind nachweislich häufiger von Gewalt betroffen und benötigen gezielte, niederschwellige und vernetzte Unterstützung.
Zu dieser besonders gefährdeten Gruppe zählen unter anderem:
- Frauen mit Behinderungen
- Geflüchtete Frauen
- Frauen mit Suchterkrankungen
- Obdach- und wohnungslose Frauen
„Gewalt trifft vor allem jene, die ohnehin die meisten Barrieren haben“
Wiens Sozialstadtrat und DWS-Präsident Peter Hacker betont, dass Gewalt an Frauen ein tiefgreifendes gesellschaftliches Problem bleibt:
„Gewalt an Frauen ist ein tiefgreifendes gesellschaftliches Problem, das jene am stärksten trifft, die ohnehin die meisten Barrieren überwinden müssen. Es ist unsere Verantwortung, Gewaltschutz intersektional zu denken und sicherzustellen, dass insbesondere Frauen mit Mehrfachdiskriminierungen rasch und unbürokratisch Unterstützung erhalten.“
Maßnahmen der DWS-Mitgliedsorganisationen
Um den Gewaltschutz nachhaltig zu stärken, setzt der DWS gemeinsam mit seinen Einrichtungen eine Reihe zentraler Maßnahmen um:
- Verpflichtende Gewaltschutzkonzepte und klare Meldewege in allen vom Fonds Soziales Wien geförderten Organisationen
- Niederschwellige Beratung für Klient:innen und Mitarbeiter:innen mit Fokus auf Prävention, Früherkennung und Sensibilisierung
- Unmittelbare Unterstützung bei konkreten Gewaltvorfällen oder Verdachtsfällen im betreuten Kontext
- Verbesserter Zugang zu Frauenhäusern, insbesondere für Frauen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen, um Versorgungslücken zu schließen
- Gezielte Vernetzung zwischen Einrichtungen für obdach- und wohnungslose Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Suchterkrankungen sowie geflüchtete Menschen
Hacker unterstreicht:
„Es darf nicht der Gesundheitszustand, der Aufenthaltsstatus oder die Wohnsituation darüber entscheiden, ob eine Frau Schutz vor Gewalt erhält. Jede Frau hat ein Recht auf Sicherheit.“
Blick nach vorn: Qualitätsstandards werden überarbeitet
Der DWS war im Sommer 2025 aktiv an der Unterarbeitsgruppe zum Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen beteiligt und band dafür seine Mitgliedsorganisationen in einer umfassenden Umfrage ein. Für 2026 ist die Überarbeitung der Qualitätsstandards zur Gewaltprävention in der Wiener Behindertenhilfe geplant. Ziel ist es, intersektionale Perspektiven verbindlich zu verankern und die Unterstützung für besonders vulnerable Gruppen weiter zu stärken.
Quelle
Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen via OTS.at | 25.11.2025
Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen: Gewaltprävention muss intersektional gedacht werden
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251125_OTS0168/
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 28.11.2025
Artikel-Kategorie(n): News, Soziale Arbeit und Begleitung
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