Gewerkschaften GPA und vida sind unzufrieden mit dem Angebot der Arbeitgeber und bereiten Warnstreiks vor. SWÖ-Arbeitgeber pochen auf Versorgungssicherheit in finanziell angespannten Zeiten.
In den laufenden Verhandlungen zum Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich, der für rund 130.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich gilt, haben die Arbeitgeber am 27.11.2028 ein neues Angebot vorgelegt. Dieses sieht durchschnittliche Erhöhungen von 1,71 % auf KV-Gehälter und 1,3 % auf IST-Gehälter für 2026 sowie 1,65 % auf alle Gehälter für 2027 vor.
Die Gewerkschaften GPA und vida halten das Angebot für unzureichend und bereiten als nächsten Schritt Warnstreiks vor.
Angebot der Arbeitgeber im Detail:
Für 2026 (Vollzeit, KV-Gehälter):
+2,8 % für KV-Brutto unter 2.400 €
+1,8 % für KV-Brutto unter 3.000 €
+1,75 % für KV-Brutto unter 3.500 €
+1,3 % für höhere KV-Gehälter
Weitere Erhöhungen 2026:
IST-Gehälter: +1,3 %
Zulagen & Zuschläge: +1,65 %
Lehrlingseinkommen: +2,8 %
Für 2027:
+1,65 % auf alle KV- und IST-Gehälter
Reaktionen der Gewerkschaften
Eva Scherz (GPA) kritisiert das Angebot als völlig unzureichend und kündigt an, den Druck zu erhöhen. Die Beschäftigten seien bereit für Warnstreiks.
Michaela Guglberger (vida) warnt, dass das Angebot angesichts der demografischen Herausforderungen nicht ausreiche, um neue Fachkräfte zu gewinnen oder bestehende zu halten. Attraktivität brauche spürbare Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen.
Die Gewerkschaften verweisen zudem auf breite Unterstützung aus der Belegschaft: Zahlreiche Beschäftigte haben sich in den letzten Wochen an Aktionen wie „4 gewinnt“ beteiligt, in Salzburg und Wien fanden Kundgebungen statt.
Arbeitgeber drohen mit Verlust von Arbeitsplätzen
Die SWÖ kontert, dass die finanziellen Grenzen klar durch politische Entscheidungen vorgegeben sind. Drastische Budgetkürzungen und fehlende Planungssicherheit würden den Handlungsspielraum der Organisationen massiv einschränken.
Ziel bleibt lt. SWÖ, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen stabile Rahmenbedingungen zu schaffen – für Beschäftigte wie für die Menschen, die auf soziale Dienste angewiesen sind.
Die SWÖ erneuert ihren Aufruf an Bund und Länder, die Finanzierung der sozialen Infrastruktur langfristig sicherzustellen. Ohne eine ausreichende finanzielle Ausstattung können weder Versorgungssicherheit noch stabile Arbeitsplätze und funktionierende Strukturen dauerhaft gewährleistet werden.
Wie geht es weiter
Die Gewerkschaften plant Warnstreiks zwischen 2. und 4. Dezember 2025.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 11. Dezember 2025 statt.
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 28.11.2025
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsbedingungen, News
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