Die Kleine Zeitung präsentierte im Dezember 2025 das Magazin „Auf Augenhöhe“. Dieses lag der Steiermark-Ausgabe vom 10. Dezember bei, und soll Inklusion in die Medien bringen und regt dazu an, diese Inklusion vor allem zu leben. Behindertenarbeit.at hat sich das Blatt angesehen.
Auf 44 Seiten widmet sich das neue Magazin, das in Zusammenarbeit mit LebensGroß entstanden ist, unterschiedlichsten Themen zum Bereich Inklusion: Von Einfacher Sprache über Kinderarmut, bis hin zu Bildung und Wirtschaft – das Programm ist groß. Das Ziel dabei ist aber nicht nur Aufmerksamkeit für Inklusion zu generieren. Wie am Beginn klargestellt wird, gilt es, diese Inklusion auch zu leben: Das gesamte Magazin (mit Ausnahme der ersten Seite) wurde in einfacher Sprache und barrierearmem Layout verfasst. Respekt sei bei „Auf Augenhöhe“ eben eine Haltung, und keine leere Floskel, verdeutlicht Margot Hohl, die Projektleiterin und Unternehmenssprecherin der Styria Media Group, das Medienunternehmen hinter der Kleinen Zeitung.
Medien und Inklusion brauchen einander
Markus Mair, der CEO der Styria Media Group, betont bei der Präsentation des Magazins im Dezember: „Medien sind in vielerlei Hinsicht das Fenster, durch das unsere Gesellschaft sich selbst sieht. Und je vielfältiger dieses Fenster ist – in Stimmen, Perspektiven, Geschichten – desto inklusiver wird unser Blick. Inklusion ist also nicht nur ein Thema, das Medien abbilden sollten, sie ist auch ein Prüfstein für ihre Qualität: Wer nur einseitig berichtet oder zugänglich macht, verliert an Relevanz. Gleichzeitig gilt: Medien brauchen Inklusion, um lebendig zu bleiben. Unterschiedliche Erfahrungen, Hintergründe und Sichtweisen bereichern unsere Arbeit, öffnen Horizonte und schaffen Inhalte, die wirklich alle erreichen. Kurz gesagt: Medien ohne Inklusion sind blind – und Inklusion ohne Medien bleibt unsichtbar.“

Titelblatt Magazin „Auf Augenhöhe“ / Dezember 2025
Einfache Sprache wichtig für alle Menschen
Diese Haltung schwingt auch auf den weiteren Seiten des Magazins mit. Getreu der Überschrift „Wer nichts weiß, muss alles glauben!“ beispielsweise schreibt die Inklusive Redaktion darüber, warum Einfache Sprache wichtig für alle Menschen ist. Armin Gruber, vom Sprachteam von LebensGroß hat bei dem Abschnitt über Einfache Sprache mitgearbeitet und ist überzeugt: „Es geht darum, Texte und Sprache für wirklich alle verständlich zu machen. Das ist immer unser Ziel – und mit diesem Magazin haben wir ein gutes Beispiel dafür geschaffen.“
Ein anderer Beitrag im Magazin hat Bildung und Inklusion zum Thema. Im Interview mit den Bildungsexpert:innen Silvia Kopp-Sixt und Dominik Pendl (Pädagogische Hochschule Steiermark) spricht Margit Hohl über neue Bildungswelten, Teamgeist und die Rolle der Schule. Im Zentrum steht die Schule als Ort des Miteinanders, der alle auf das Leben vorbereiten soll. Silvia Kopp-Sixt betont diesbezüglich weiter: „[,,,] Leben bedeutet, füreinander da zu sein, Verantwortung zu übernehmen, miteinander zu lernen – alle zusammen und jeder und jede so, wie er oder sie ist.“ Und Dominik Pendl findet auf die Frage nach der idealen Schule die Worte: „Ideal wäre eine Welt, in der wir das Wort Inklusion gar nicht mehr brauchen, weil Vielfalt selbstverständlich ist.“

Seite 12 Magazin „Auf Augenhöhe“ / Dezember 2025
„Menschen mit Behinderungen wollen Leistung erbringen!“
Im Magazin „Auf Augenhöhe“ findet sich aber auch Persönliches. Menschen mit Behinderungen erzählen auf mehreren Seiten über ihren Arbeitsalltag und ihr Leben. Von der Beratung zur richtigen Brille, über das Kellnern im Café, bis hin zum Verkauf von Kleidung – unterschiedliche Menschen stellen ihren Arbeitsplatz vor, dabei erhalten die Leser:innen auch Einblicke in Beschäftigungsprojekte von LebensGroß. Durch verschiedene Projekte, wie etwa „Step by Step II“ oder „Teilhabe an Beschäftigung“ (TaB), und souveräne Leistungen finden Menschen Platz in der Arbeitswelt. Eine Anstellung, der Arbeitsrhythmus, richtiges Gehalt und Herausforderung in der Arbeit; jede*r hat andere Anreize zum Arbeiten. Es ist ganz klar: „Menschen mit Behinderungen wollen Leistung erbringen!“
Diese Überzeugung teilt auch Peter Gschiel, der Vertriebsdirektor von Billa für die Steiermark und das Südburgenland. Der Rewe Konzern beschäftigt derzeit 1000 beeinträchtigte Menschen, davon 800 bei Billa. Als Grund nennt Gschiel auf der einen Seite Wirtschaftlichkeit, auf der anderen jedoch darum, Menschen mit Behinderungen einen Platz am ersten Arbeitsmarkt anzubieten. Er betont: „Menschen mit Behinderungen wollen Leistung erbringen und haben oft höhere Ansprüche, als wir sie haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochzufrieden und hocheffizient.“ Die Arbeitsplätze bei Rewe schlagen also gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf die Frage, warum andere Unternehmen in diesem Kontext nachhinken, hebt er hervor, dass es bis dato zu wenig Formate für einen leichten Einstieg gebe. Außerdem bremsen bürokratische Hürden ab: „Wenn es da Vereinfachungen gäbe, würde das schon schneller gehen.“
Fazit
„Auf Augenhöhe“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie Inklusion und Medien zusammenzudenken sind. Abschließend mitnehmen kann man sich die Worte von Christian Fast, Co-Forscher im Forschungszentrum Menschenrechte bei LebensGroß, der bei der Präsentation des Magazins betont: „Oft muss man die Dinge einfach einmal probieren, dann sieht man weiter.“
Quellen:
Kleine Zeitung launcht Magazin „Auf Augenhöhe“. Styria Media Group AG.
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251210_OTS0044/ [Zuletzt geöffnet am 06.01.2026, 12:00]
Magazin Auf Augenhöhe, erste Ausgabe vom 10.12.2025
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 06.01.2026
Artikel-Kategorie(n): Menschen mit Lernschwierigkeiten, News
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