Die Verleihung des Mabacher Awards fand heuer erstmals im Rahmen des Diagonale Filmfestivals statt. Die Auszeichnung für den besten inklusiven Film ging an den Filmemacher Tolga Karaaslan für eine Dokumentation über seinen chronisch kranken Vater.
Seit 2023 wird der Mabacher Award an ein herausragende Filmprojekte vergeben, die einen Beitrag zum Abbau von Barrieren und Vorurteilen leisten und damit das Engagement des verstorbenen Aktivisten Martin Habacher fortführen. Heuer war die Preisverleihung zum ersten Mal Teil des Diagonale Filmfestivals in Graz.
“Eine Geschichte über Klasse, Migration und Erkrankung”
Am 22. März 2026 wurde “Baba, whats your plan?” im Heimatsaal des Grazer Volkskundemuseums als bester inklusiver Film mit dem Mabacher Award ausgezeichnet. Der 31-jährige Filmemacher und Medienkünstler Tolga Karaaslan erzählt in seinem Film die Geschichte seines an Krebs erkrankten Vaters, der sich gemeinsam mit seinem Sohn auf die Suche nach Antworten auf große Lebensfragen begibt.
„Dieser Preis ist auch für meinen Vater. Ich wollte ihn als Menschen mit all seinen Facetten zeigen, als Mensch mit seiner Geschichte, die auch die Geschichte von Klasse, Migration und Erkrankung ist, aber auch darüber hinausgeht. Ich wollte damit ein sensibles Portrait schaffen, Nähe aufbauen und meinen Vater zeigen, wie er ist“, so Karaaslan bei der Preisverleihung.
Intimes, aber respektvolles Porträt eines erkrankten Vaters
Die 3-köpfige Expert:innen-Jury, bestehend aus der Filmemacher:in Sybille Bauer-Zierfuß, Kamerafrau Simone Hart und Schauspielerin Yuria Knoll, lobte die respektvolle und aufrichtige Darstellung des intimen Filmportraits. In ihrer Begründung betonte die Jury: “Das filmische Portrait erzählt von (chronischer) Krankheit, Migration, Hoffnung, und davon, letztere zu verlieren, um sie immer wieder neu zu finden – auch unter den herausforderndsten Umständen. Tolga Karaaslan vermag mit seinem Film auch anderen Hoffnung zu schenken, zumal dieser den Facettenreichtum des Mensch-Seins betont, aber auch deutlich macht, wie viel man durch aufrichtige Dialoge von und miteinander erfahren kann.”
“Inklusive Haltung im Erzählen und in der Ästhetik kann Barrieren abbauen”
Auch das Leitungsteam des Mabacher Award – Hannah Wahl, Cornelia Ohnmacht und Stefan Wolner – zeigte sich vom diesjährigen Gewinnerfilm begeistert: “Ein Film, der sichtbar macht, wie eine inklusive Haltung im Erzählen und in der Ästhetik Barrieren abbauen kann. Durch seine einfühlsame Herangehensweise schafft er Raum für Erfahrungen, die im Film oft marginalisiert oder instrumentalisiert werden.”
Der Mabacher Award ist mit einem Preisgeld in der Höhe von EUR 5.000,- dotiert – ein Geld, das für Folgeprojekte der Preisträger:innen gedacht ist.
Quellen:
Mabacher Award via OTS | 24.03.2026
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260324_OTS0015/
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 02.04.2026
Artikel-Kategorie(n): Gleichstellung und Antidiskriminierung, News
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