Am 16. Juni 2026 fand die Inklusionstagung im ÖGB-Gebäude Catamaran statt. Rund 250 Besucher:innen nahmen daran teil und ließen sich von Vorträgen und Diskussionen inspirieren. Auch Team Behindertenarbeit.at war mit einem Infostand vor Ort und nutze die Gelegenheit, um Neuigkeiten aus der Branche auszutauschen.
„Behinderung, Krankheit, Einsamkeit. Du bist nicht alleine“ – lautete das Motto der diesjährigen Fachtagung, die sich mit Fragen und Lösungsansätzen rund um die Themen Arbeiten mit Behinderung, Wiedereingliederung nach Krankheit, Arbeitsassistenz und dem besonderen Schwerpunkt Einsamkeit auseinandersetzte.
In den Pausen boten rund 30 Infostände vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie neue Ideen. Unser Stand lockte heuer sogar mit einem Gewinnspiel, bei dem zwei Kunstbände des museum gugging verlost wurden. Es war uns eine Freude, so viele bekannte und neue Gesichter zu treffen – von ehemaligen Interviewpartnern über langjährige Kunden bis hin zu Kolleg:innen aus der Branche.
Berufliche Teilhabe als Schlüssel für echte Inklusion
Die Veranstaltung wurde mit einer beeindruckenden Tanzshow der Special Dance Crew eröffnet. Im Anschluss richtet AK-Präsidentin Renate Anderl ihre Worte an die Besucher:innen: „Behinderung kann jede und jeden von uns treffen – vorübergehend oder dauerhaft. Entscheidend ist daher nicht die Beeinträchtigung selbst, sondern die Frage, wie unsere Gesellschaft damit umgeht“. Auch Alexander Miklautz vom Sozialundesministerium betonte in seiner Keynote die gesellschaftliche Verantwortung, berufliche Teilhabe und den Abbau von Barrieren stärker zu fördern.

Auftakt der Special Dance Crew | Foto: Behindertenarbeit.at
In der darauf folgenden Paneldiskussion wurde das Thema Arbeitsassistenz beleuchtet. Weiters fanden unterschiedlichen Workshops zu Förderungen, Mobilität, Einsamkeit und Wiedereingliederung statt.
„Gemeinsam ist besser als einsam“ – ein Leitfaden gegen Einsamkeit
Ein wichtiger Schwerpunkt der Tagung lag auf dem Thema Einsamkeit – ein Thema, das sehr viele Menschen betrifft, aber häufig unsichtbar bleibt. “Einsamkeit wirkt auf chronische Erkrankungen und chronische Erkrankungen wirken auf Einsamkeit”, verdeutlichte Assoz. Prof. Dr. Karin Gutiérrez-Lobos, Initiatorin der Plattform gegen Einsamkeit, die Auswirkungen von Einsamkeit auf Gesundheit und Arbeitsleben.
„Das Wichtigste, was man tun sollte gegen Einsamkeit: Drüber reden! Initiativen müssen bekannter gemacht werden“, so Gutiérrez-Lobos. Kritisiert wurde, dass Österreich noch immer ein „zahlenloses Land“ sei, es fehle in vielen Bereichen an Daten, auch hinsichtlich Erhebungen rund um Einsamkeit. „Wir brauchen einen Einsamkeitsmonitor“, so die Forderung.
Als Highlight wurde ein neuer Leitfaden gegen Einsamkeit präsentiert, der mit der Plattform gegen Einsamkeit, einem Projekt der Social City Wien, entwickelt wurde.
Viele Neuigkeiten und spannender Austausch an den Ständen
Neben spannenden Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops bot die Veranstaltung viel Raum für Austausch und Vernetzung. Unser Stand in der Eingangshalle war immer wieder Ort für anregende Diskussionen, aber auch wir schwirrten aus, um uns über Neuigkeiten im Sozialbereich zu informieren. So erzählte uns das Team von Digitalmedia/Wien Work, dessen Druckerei wir letztes Jahr für ein Interview besuchen durften, dass ab sofort ganz neue Druckverfahren angeboten werden, mit denen auch dreidimensionale Objekte, wie Vasen, Tassen und Pölster gestaltbar sind.

Infostände | Foto:Behindertenarbeit.at
Schöne Werke gab es auch am Stand der Caritas Tagesstätte Rannersdorf zu bestaunen, die allesamt selbst produziert und auch käuflich erwerbbar waren. Begeistert hat uns auch das Glücksrad des Selbstvertretungs-Zentrums „People First“, bei dem man gefordert war, Begriffe in Einfacher Sprache zu erklären.
Am Stand der Monopolverwaltung GmbH – MVG erfuhren wir, dass es eine aktuelle Info-Aktion gibt, um die Vergabe von Trafikstandorten an Menschen mit Behinderungen stärker zu fördern. Und zum Abschluss entdeckten wir ein wertvolles Praxis-Handbuch der Agentur Sonnenklar zum Thema Gewaltprävention, das wir demnächst noch genauer vorstellen werden.
Wir bedanken uns für die gelungene Veranstaltung und blicken schon gespannt auf die Inklusionstagung im Jahr 2027!
Download
Leitfaden „Gemeinsam ist besser als einsam“ als PDF
vida-Broschuere_Einsamkeit (PDF)
Weitere Infos:
Gewerkschaft vida | 17. Juni 2026
Inklusionstagung 2026: Behinderung, Krankheit und Einsamkeit in der Arbeitswelt
https://www.vida.at/de/artikel/tatort-arbeitsplatz/2026/inklusionstagung-2026
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 28.06.2026
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsbedingungen, behindertenarbeit.at in eigener Sache, News
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