Die Kürzungslandkarte ist ein Projekt des Momentum Instituts, das aufzeigt, wo derzeit Einsparungen im Sozialbereich stattfinden. Die Meldungen – meist anonym – kommen von Organisationen oder Projekten aus ganz Österreich. Weitere Meldungen sind ausdrücklich erwünscht!
Die österreichische Regierung sieht sich unter Spardruck. Im vergangenen Jahr wurden daher viele Kürzungen im Sozialbereich beschlossen, deren Auswirkungen nun immer deutlicher sichtbar werden. Zahlreiche Organisationen und Träger sind von Einsparungen, Streichungen oder Leistungseinschränkungen im Sozialbereich betroffen. Diese sollen nun über die Kürzungslandkarte sichtbar gemacht werden. Auch damit verbundene Folgekosten werden über die Karte ausgewertet.
Kürzungslandkarte seit Juni 2026 online
Veröffentlicht wurde die Kürzungslandkarte im Juni 2026 als Watchdog-Projekt des Momentum Instituts in Zusammenarbeit mit anderen Plattformen wie MOMENT.at. Bereits zum Start wurden 130 Meldungen aus unterschiedlichsten Sozialbereichen dokumentiert, darunter auch viele Organisationen und Einrichtungen aus der Behindertenarbeit.
Aktuell 181 Meldungen, rund 240.000 Betroffene
Derzeit sind 181 Meldungen auf der Kürzungslandkarte verzeichnet (Stand: August 2026). Von den Einsparungen betroffen sind laut aktueller Daten rund 229.000 Klient:innen und mehr als 10.000 Mitarbeiter:innen. Letztlich wurden damit rund 23,5 Millionen Euro gekürzt, wobei die Folgekosten hierbei nicht berücksichtigt sind.
Interessant ist, dass mehr als 80% der Meldungen anonym erfolgen, womit deutlich wird, dass viele Betroffene zwar aufmerksam machen wollen, aber lieber nicht namentlich in Erscheinung treten – wohl um weitere Reaktionen der Politik zu vermeiden. Grundsätzlich werden daher Meldungen in der Kürzungslandkarte anonym veröffentlicht, außer die meldende Organisation stimmt einer namentlichen Nennung ausdrücklich zu.
Mitmachen und Kürzungslandkarte weiter ergänzen
Die Kürzungslandkarte lebt von Beiträgen aus der Praxis – je mehr Organisationen und Personen sich beteiligen, desto detaillierter können die Kürzungen abgebildet und ausgewertet werden. Darüber hinaus möchte die Karte nicht nur eine Momentaufnahme sein, sondern auch weitere Entwicklungen aufzeigen. Alle Meldungen werden sehr vertraulich behandelt.
Machen Sie mit! Gemeldet werden können Informationen über
- Einrichtungen im Sozialbereich, in denen Personal nicht nachbesetzt wird
- Einrichtungen im Sozialbereich, in denen Personalstunden oder Leistungsumfang gekürzt werden
- Einrichtungen im Sozialbereich, die zusperren oder Personal kündigen müssen
- Projekte im Sozialbereich, die nicht weiter finanziert werden
- Einschränkungen von Angeboten im Sozialbereich oder dem Kreis der zugangsberechtigten Personen
Weitere Informationen
Die Kürzungslandkarte
www.kürzungslandkarte.at
Artikel von MOMENT.at, 11.Juni 2026
www.moment.at/story/die-kuerzungslandkarte-was-oesterreichs-sparpolitik-kostet/
