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Datum: 10.07.2014

Chalupka: EU-Pflege-Bericht zeigt: Österreich hat Aufholbedarf!

Michael Chalupka, Diakonie Österreich

Diakonie fordert mutige Reformen für die Pflege

Kurz vor Ferienbeginn hat die europäische Kommission einen Bericht zu Langzeitpflege veröffentlicht. „Die Diakonie hofft jetzt, dass dieses 243 Seiten starke Dokument, das viele gute Empfehlungen enthält, nicht im Sommerloch verschwinden wird,“ mahnt Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich. „Die Europäische Kommission zeigt mit diesem Bericht die Dringlichkeit auf, mit der wir uns auf die kommenden Jahre vorbereiten müssen“, so Chalupka.

Pflegende Angehörige entlasten

In Österreich wird sich der Anteil von über 85jährigen bis zum Jahr 2045 verdoppeln, der Anteil der über 65jährigen wächst bis 2045 von 18,1 % auf 26,7 %. Die Ausgaben der öffentlichen Hand liegen derzeit bei 1,6 % des BIP, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im EU-27 Durchschnitt. Hier nicht eingerechnet sind die vielen Stunden, die Angehörige selbst erbringen. „Knapp zwei Drittel aller Pflegebedürftigen in Österreich werden ausschließlich durch Angehörige betreut – die Regierung muss diesen Menschen mehr Anerkennung zollen, und mehr in die Entlastung der pflegenden Angehörigen investieren“, so Chalupka. Es braucht flächendeckend leistbare Angebote wie Tageszentren für Senioren, Kurzzeitpflege und mobile Pflege.

Aber nicht nur laut diesem EU-Bericht hat Österreich seine Hausaufgaben nicht erledigt. Auch im Nationalen Reformprogramm findet sich die entsprechende Kritik. „Die reine Fortschreibung des Pflegefonds wird im Reformprogramm kritisiert – zu Recht, denn obwohl das Regierungsprogramm einige wichtige Punkte vorsieht, ist Österreich die großen Reformen in der Pflege bis jetzt nicht angegangen,“ so Chalupka.

Die Diakonie fordert daher Bund und Länder auf, mutige Reformen anzupacken. Diese müssen folgende Punkte umfassen:

  • die Integration zwischen Gesundheits- und Sozialwesen,
  • den Ausbau von Dienstleistungen
  • nationale Qualitätsstandards in der Pflege.

Eine entsprechende Datengrundlage zu schaffen, wäre der erste Schritt. „Dass dem Fehlen von nationalen Daten ein eigenes Kapitel im EU Bericht gewidmet wird, spricht Bände,“ so Chalupka. „Wir dürfen nun keine Zeit verlieren, denn Österreich muss in den nächsten Jahren einiges aufholen.“


Quelle: APA OTS
AutorIn: Diakonie Österreich
Zuletzt aktualisiert am: 03.06.2015
Artikel-Kategorie(n): News, Pflegegeld und Pflegevorsorge
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