Datum: 03.12.2014

SelbstvertreterInnen fordern den Abbau von Barrieren

Demo der SelbstvertreterInnen vor dem ORF Funkhaus Wien, Fotoquelle: facebook/JaW

Bei einem Flashmob am Tag der Menschen mit Behinderung vor dem ORF-Radiokulturhaus forderten Menschen mit Lernschwierigkeiten barrierefreie Medien und klischeefreie Berichterstattung

„Wir wollen gehört und gesehen werden“ – unter diesem Motto rief am 3. Dezember die „ExpertInnengruppe der Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen für die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR, sie vertritt als Dachorganisation über 70 Behindertenverbände)“ zu einem Flashmob vor dem ORF-Radiokulturhaus auf. Am „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“, erhoben mehr als 50 Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter der Organisationen Caritas, Diakonie, Lebenshilfe, Jugend am Werk und Vienna People First ihre Forderungen an die Medien und trugen symbolhaft überdimensionierte Ohren und Brillen, um nicht überhört und übersehen zu werden.

Barrierefreie Gestaltung von Medienbeiträgen

„Österreich hat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet. Wir fordern, dass Artikel 8 umgesetzt wird. Dort heißt es, dass die Gesellschaft mehr über die Lebenssituation und Rechte von Menschen mit Behinderung erfahren soll. Hier sind die Medien gefordert und wir brauchen die Unterstützung der Journalistinnen und Journalisten“, so Sprecher und Selbstvertreter Oswald Föllerer.

Die zentralen Forderungen betreffen die barrierefreie Gestaltung von Medienbeiträgen, mehr Chancen für Journalistinnen und Journalisten sowie Moderatorinnen und Moderatoren mit Behinderung und mehr Berichterstattung von und über Menschen mit Behinderung. „Wir verlangen zudem, dass im ORF-Publikumsrat Menschen mit Behinderung selbst vertreten sind, damit die Anliegen von Menschen mit Behinderung auch wirklich ernst genommen werden“, nennt Selbstvertreterin Heide Tomacek eine weitere Hauptforderung.

„Wir wünschen uns, dass wir gemeinsam mit den Medien die Barrieren in der Gesellschaft möglichst schnell beseitigen“, appelliert Selbstvertreterin Lucia Vock abschließend und betont: „Wir werden weiter dafür kämpfen und nicht locker lassen. Nichts über uns – ohne uns!“

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Im Jahr 1992 wurde der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“ (3. Dezember) von der World Health Organisation (WHO) ins Leben gerufen, um für die Anliegen von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren.


Quelle: Jugend am Werk
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 16.06.2017
Artikel-Kategorie(n): Menschen mit Lernschwierigkeiten, News
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