Datum: 23.04.2015

Lebensweltheim sieht Verantwortung bei den Ärzten

Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs weist jegliche Kritik der Volksanwaltschaft von sich.

Die Wogen gehen hoch nach der scharfen Kritik der Volksanwaltschaft an den Vorgängen im Pflegeheimen, wonach viel zu oft und unnötigerweise Beruhigungsmittel an HeimbewohnerInnen verabreicht würden, um die Arbeit der PflegerInnen zu erleichtern.

Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs verwehrt sich gegen die Kritik der Volksanwaltschaft und weist die Vorwürfe zurück. In einer Presseaussendung erklärt der Verband, dass Psychopharmaka in Pflegeheimen ausschließlich nach ärztlicher Anordnung im Rahmen der Durchführungsverantwortung des Pflegepersonals verabreicht würden.

„Medikamente dürfen lediglich auf ärztliche Anordnung hin verabreicht werden. Wenn in Österreich also zu viele Medikamente verabreicht werden sollten, so ist dies mit den Ärzten zu diskutieren!“ betont Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbandes der Alten- und Pflegeheime Österreichs. Es sei ein Faktum, dass rund 70% der BewohnerInnen in den österreichischen Alten- und Pflegeheime unter einer kognitiven Störung leiden würden, so der Verband.

Eine Erklärung hat der Verband jedoch dafür, warum die Psyche der BewohnerInnen derart belastet sei, dass so viele Medikamente verabreicht werden müssten: „Wir wissen, dass die BewohnerInnen auf das Verhalten von Pflegepersonal reagieren – steht das Personal unter Zeitdruck, reagieren BewohnerInnen bewusst oder unbewusst auf diese Situation, was sich mitunter im Verhalten äußert. Insofern ist es nachvollziehbar, dass mit verbesserten Personalstrukturen, BewohnerInnen besser begleitet werden können und mehr Zeit direkt am und mit BewohnerInnen verbracht werden kann. Dies wirkt sich positiv auf die Psyche der Betreuten aus“, so Mattersberger.

Weiters wünscht sich Mattersberger höhere Gehälter und eine bessere Ausbildung für die MitarbeiterInnen in Pflegeheimen. Konkret fordert der Verband, dass bei der Ausbildung von Pflegepersonal mehr Augenmerk auf den Bereich Geriatrie/Gerontologie gelegt werden soll. Bisher liege der Schwerpunkt auf den Anforderungen im Akutbereich.


AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 16.06.2017
Artikel-Kategorie(n): News, Pflegegeld und Pflegevorsorge
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