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Datum: 14.03.2016

Rückblick: Fachtagung Unterstützte Kommunikation in Wien – vernetzt besser

Fachtagung Unterstützte Kommunikation Dachverband 2016

Workshop bei der Fachtagung Unterstützte Kommunikation am 05.03.2016. Foto: Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen

Am Samstag, 5.3.2016 ging die erste Fachtagung „Unterstützte Kommunikation in Wien – vernetzt besser“ über die Bühne. An der – aus einer Idee der Arbeitsgruppe Unterstützte Kommunikation (UK) geborenen – Veranstaltung nahmen mit den ReferentInnen der Impulsvorträge und Workshops an die 140 Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen teil.

Zum Einstieg gab es Impulsvorträge. Herr Mag. Banovics von der Behindertenanwaltschaft spannte in seinem Referat den Bogen von den Tätigkeiten der Behindertenanwaltschaft, den behindertenpolitischen Grundlagen, bis zu den Rechtsfolgen die sich aus einer Diskriminierung ergeben können.

Internationale Rechtsinstrumente wie die UN-Behindertenrechtskonvention, die Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie, nationale Antidiskriminierungsgesetze sowie der Nationale Aktionsplan Behinderung bilden Grundlagen zur Durchsetzung von Rechten. Ausführlich ging er auf den Begriff der umfassenden Barrierefreiheit und die Kriterien bei der Beurteilung einer Diskriminierung ein. Beispielhaft, und nicht zuletzt auch aus eigener Betroffenheit, erzählte Mag. Banovics von Fällen der Diskriminierung in Bezug auf Zugang zu Information und Unterstützung bei der Kommunikation und deren Durchsetzungsmöglichkeiten.

Einen plakativen Streifzug durch die Geschichte der Unterstützen Kommunikation unternahm Herr Dr. Meyer, Leiter der Schule für Sozialbetreuungsberufe der Caritas Wien (SOB). Aus seiner langjährigen Erfahrung mit dem Thema UK gab er einen bemerkenswerten und lebendigen Einblick in internationale Entwicklungen und Schwerpunkte sowie Fortbildungsangebote der UK in den letzten 30 Jahren. Und trotz aller Initiativen und Auseinandersetzungen mit Bildsymbolen, Handzeichensprache, Kommunikationshilfen, computerunterstützter Förderung, Gebärden, elektronischer und nicht elektronischer Kommunikation, grafischer Kommunikationssysteme und vieler Begrifflichkeiten und Methoden mehr, stellte er die Frage in wie weit die Bedeutung von Unterstützter Kommunikation erkannt und systematisch in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen Anwendung findet.

Das Format „UK TV“ bietet die Möglichkeit, Unterstützte Kommunikation praxisrelevant kennenzulernen. Eindrucksvoll zeigte die Sprachheilpädagogin Karin Roher anhand eines über einen längeren Zeitraum mitgefilmten konkreten Beispiels die Entwicklung in der Kommunikation eines Kindes. Durch das filmische Aufzeichnen konkreter Anwendung von Unterstützter Kommunikation im Rahmen sprachheilpädagogischer Arbeit kann der pädagogische Aufbau und der Effekt bzw. die Wirksamkeit beobachtet und analysiert werden.

In den 19 verschiedenen Workshops, die in den Klassenräumen der SOB stattfanden, wurden die vielfältigen Methoden, Zugänge und Anwendungen von UK in Bezug auf unterschiedliche Alters- und Zielgruppen präsentiert, besprochen und bearbeitet.

Von einem Einführungsworkshop bis zu spezifischen Anwendungsbereichen in Frühförderung, Kindergarten, Schule sowie im Wohnbereich oder in der Tagesstruktur bei erwachsenen Menschen mit Behinderungen spannte sich der inhaltliche Bogen. Körpernahe Kommunikation und Gebärden waren genauso Thema wie die Anwendung elektronischer Hilfsmittel. Sowohl Aspekte der Selbst- und Mitbestimmung als auch der spielerische Zugang wurden beleuchtet. Auch wenn es klar ist, dass mit UK nicht zu früh begonnen werden kann, eine Zielgruppe wird zukünftig verstärkt in den Fokus der Anwendung kommen – Menschen mit dementiellen Erkrankungen.

In einem eigens gestalteten Raum konnten von den TeilnehmerInnen die mannigfaltigen Materialien, die im Rahmen der UK zum Einsatz kommen, angeschaut und ausprobiert werden. Ausgestellt wurde Bildtafeln, Piktogramme, Talker, BIGMack, Ich Buch, Lernhilfen, Spielzeug, … um nur einige zu nennen.

Aus dem großen Interesse an den Inhalten und den durchwegs positiven Reaktionen der TeilnehmerInnen wurde deutlich, wie präsent und bedeutend das Thema Kommunikation in den verschiedensten Arbeitsbereichen ist. Der rege Austausch unter den TeilnehmerInnen und mit den WorkshopleiterInnen unterstrich das Verlangen nach Fortbildung und die Notwendigkeit der zukünftigen Auseinandersetzung mit dem Thema UK.

Immer mehr wird erkannt: Kommunikation ist eine der zentralen Bedingungen, wenn nicht sogar DIE zentrale Bedingung für Teilhabe von Menschen an gesellschaftlichen Prozessen.

f.d.I Toni Schmalhofer

Downloads

pdf-symbol25 Dachverband Fachtagung UK – Banovics Impulsvortrag (PDF)

pdf-symbol25 Dachverband Fachtagung UK – Steiner Workshop Kernwortschatz (PDF)

pdf-symbol25 Dachverband Fachtagung UK – Abstracts Workshops (PDF)


Quelle: Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen
AutorIn: Toni Schmalhofer
Zuletzt aktualisiert am: 14.05.2016
Artikel-Kategorie(n): Hilfsmittel und Therapien, News
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