Datum: 11.07.2017

Sommerzeit ist Reisezeit: Barrierefreiheit im Wiener Tourismus

comfort4all

Trotz Nächtigungsrekorden und steigenden Bettenkapazitäten in den letzten Jahren in Wien ist das Angebot an barrierefreien Übernachtungsmöglichkeiten gering.

Allein in der EU leben 140 Mio. (entspricht 27,54% der Bevölkerung) „Personen mit Zugangsbedürfnissen“, also Personen im erwerbsfähigen Alter mit Behinderung plus Personen ab 65 Jahren.  Das entspricht 27,54 Prozent der Bevölkerung in der Europäischen Union. Mit dem Hinweis auf die gesetzliche Situation (u.a. Diskriminierungsverbot nach Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz) wäre anzunehmen, dass jeder Hotelbetrieb in Österreich und damit auch in Wien barrierefreie  Zimmer im Angebot haben. Dies scheint jedoch, laut der aktuellen Studie von Comfort4all „Barrierefreiheit im Wiener Tourismus“, nicht der Fall zu sein.

Bereits bei der Buchungsmöglichkeit über die Hotelwebseite wurde festgestellt, dass barrierefreie Zimmer lediglich in 29 Prozent gebucht werden können. Im Vergleich dazu „Standard-Zimmer“ in 100 Prozent. Herausgeber der Studie Franz Schweidler dazu: „Dies stellt eine deutliche Benachteiligung von Menschen mit Behinderung dar und birgt ein reales Risiko für Schadensersatzforderungen im Sinne des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes gegenüber dem Hotel.“

Ähnliches gilt für gekennzeichnete barrierefreie Parkmöglichkeiten, die verhältnismäßig leicht und kostengünstig einzurichten sind oder wären. Dennoch ist ein barrierefreies Parken nur in jedem zweiten Hotel möglich. Bessere Ergebnisse liefern die Zugangs- / Eingangssituationen zu den Hotelbetrieben. Der barrierefreie Zugang zum Betrieb, ist ein besonders wichtiges Merkmal der Barrierefreiheit. In 85 Prozent sind die Eingangssituationen ausreichend barrierefrei ausgeführt. Allerdings dürfte der Blick der BetreiberInnen bisher rein auf Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung gerichtet sein. In keinem der getesteten Hotels kann eine induktive Höranlage (für Menschen mit Hörbehinderung) oder ein taktiles Leitsystem (für Menschen mit Sehbehinderung) festgestellt werden. Dies könnte von den betroffenen Personen als Exklusion von der gleichberechtigten Teilhabe verstanden werden.

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www.comfort4all.com


Quelle: APA OTS
AutorIn: Schweidler & Comfort4all
Zuletzt aktualisiert am: 11.07.2017
Artikel-Kategorie(n): News, Sport und Freizeitaktivitäten
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