Menschen mit Behinderung. Menschen ohne Behinderung. Und das gute Gefühl, dass es völlig egal ist, wer wer ist. HABIT Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam GmbH

Datum: 04.09.2017

GPA-djp, vida, SWÖ: Gute Pflege für alle braucht attraktive Arbeitsbedingungen

GPA-djp Logo

Sozialwirtschaft Österreich sowie die Gewerkschaften vida und GPA-djp legen Vorschläge für Weichenstellungen für hochwertige Pflege der Zukunft auf den Tisch.

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird sich bis ins Jahr 2050 fast verdoppeln und auf knapp 750.000 in Österreich steigen. Das ist keine ferne Zukunftsmusik, sondern betrifft schon jene, die heute etwa 50 Jahre alt sind. Insbesondere der Bereich der Langzeitpflege (Pflegeheime und mobile Pflege) steht vor enormen Herausforderungen, welche dringend konkrete Maßnahmen der heute politisch Verantwortlichen benötigen. Die Arbeitgeber des privaten Pflegebereichs (Sozialwirtschaft Österreich) haben heute gemeinsam mit den zuständigen Gewerkschaften vida und GPA-djp konkrete Vorschläge präsentiert, wie hochwertige Pflege und attraktive Arbeitsbedingungen in Zukunft gesichert werden können.

Das Thema Pflege lässt niemanden kalt – nicht nur bei den ÖsterreicherInnen selbst, sondern auch im laufenden Wahlkampf sorgt es für hitzige Diskussionen. Dabei liegt der Schwerpunkt meist auf Finanzierungs-, Organisations- und Kompetenzfragen. Gerne übersehen wird, dass der Schlüssel für eine gute Pflegeversorgung darin liegt, ob es gelingt, ausreichend gut qualifiziertes Personal für diesen Bereich zu gewinnen. „Mit der Abschaffung des Pflegeregresses und der aktuellen Pensionserhöhung wurden Verbesserungen für die Betroffenen und einen Teil ihrer Angehörigen gesetzt. Jetzt ist die Politik gefordert, auch für die Pflegeberufe etwas zu tun. Werden jetzt nicht die richtigen Weichen gestellt, wird es unweigerlich zu Versorgungsengpässen kommen“, warnt Walter Marschitz, Geschäftsführer der Sozialwirtschaft Österreich.

„Für die Arbeitgeber ist die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wichtig. Der Druck hat in den vergangenen Jahren aber ständig zugenommen. Zur Absicherung der Qualitätsstandards müssen die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, und das wird auch mehr Geld kosten“, ergänzt Erich Fenninger, Vorstandsvorsitzender Sozialwirtschaft Österreich.

Zu einem attraktiven Berufsbild gehört auch eine attraktive Bezahlung. Die öffentliche Hand ist massiv gefordert, die Finanzierung der Pflegeleistungen auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sicherzustellen, erklärt der Vorsitzende der GPA-djp, Wolfgang Katzian: „Eine langjährige Forderung der Gewerkschaften war die Abschaffung des Pflegeregresses. So sehr wir dessen Abschaffung begrüßen, umso mehr stellt sich nun die Frage, wie qualitativ hochstehende Pflege dauerhaft finanziert werden kann. Was keinesfalls passieren darf ist, dass fehlende Gelder über stagnierende Löhne und Gehälter der Beschäftigten oder schlechtere Arbeitsbedingungen hereingebracht werden. Die berechtigten Bedürfnisse der zu Pflegenden können nicht auf dem Rücken der Pflegerinnen und Pfleger ausgetragen werden.“

Willibald Steinkellner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida, betont, dass der derzeitige Mindestpflegepersonalschlüssel alles andere als ein gutes Rüstzeug für eine zukunftsorientierte Altenarbeit im 21. Jahrhundert bietet. Er entspricht schon lange nicht mehr den tatsächlichen Herausforderungen, so der vida-Gewerkschafter: „Die Personalbedarfsberechnung muss gesetzlich verankert werden. Sie soll allen Betreibern von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen die Mindestanzahl und die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwingend vorschreiben. Nur so können wir Mindeststandards und faire Arbeitsbedingungen sicherstellen. Die Realität sieht derzeit so aus, dass es prinzipiell zu wenig Personal in der Pflege gibt. Viele stoßen an ihre Belastungsgrenze. Die Ausfälle durch beruflich bedingte Krankheiten und Burn-out steigen.“ Steinkellner ergänzt, dass es auch in Punkto Bezahlung für die wertvollen Tätigkeiten noch einiges an Luft nach oben gibt.


Quelle: Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp)
AutorIn: Presseaussendung GPA-djp
Zuletzt aktualisiert am: 04.09.2017
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsbedingungen, News
Permalink: [Kurzlink]