Datum: 20.09.2017

dabei-austria fordert von künftiger Bundesregierung aktive Arbeitsmarktpolitik für Menschen mit Behinderung

18,4 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben eine Behinderung. Die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderung steigt an. Zwei Drittel der Unternehmen erfüllen ihre Einstellungspflicht nicht.

Markus Neuherz, Geschäftsführer von dabei-austria: „Benachteiligung und Diskriminierung muss entgegengewirkt werden, Beschäftigung für alle Menschen ist möglich. Ein wesentliches Instrument bildet hier der Ansatz der „Unterstützten Beschäftigung – Supported Employment“.

Die Aufnahme der „UN-Behindertenrechtskonvention“ sowie des „Nationalen Aktionsplans (NAP)“ ins Regierungsprogramm ist unumgänglich, um die Teilhabechancen aller in der Gesellschaft zu ermöglichen.“

Definition einer eigenen Zielgruppe im AMS: Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung sind fast doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie Menschen ohne Behinderung. Während die allgemeine Arbeitslosigkeit sinkt, steigt diese bei Menschen mit Behinderung an. Im Vergleich zu August 2016 stieg diese im letzten Monat um 3,4 Prozent.

dabei-austria unterstützt die Forderungen des Österreichischen Behindertenrats und der Behindertenanwaltschaft: Die Schaffung einer eigenen Zielgruppe „Menschen mit Behinderung“ im AMS. Neuherz: „Hierfür müssen auch zusätzliche zweckgebundene Mittel zur Verfügung gestellt werden. Mit geeigneten Unterstützungsmöglichkeiten muss der Zugang zum Arbeitsmarkt für alle Menschen möglich gemacht werden.“

Ausweitung erfolgreicher Pilotprojekte für nicht erwerbsfähige Menschen

Bereits junge Menschen mit Behinderung werden per Bescheid sehr oft als „arbeitsunfähig“ eingestuft. Dadurch bleibt ihnen keine Chance, im allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Mehr als 23.000 Menschen sind in sogenannter „Beschäftigungstherapie“, ohne Perspektive auf bezahlte Arbeit.

Trotz der aktuellen Situation zeigen einzelne innovative Pilotprojekte bereits jetzt, dass auch „arbeitsunfähige“ Menschen am Erwerbsleben teilhaben können: Das Projekt „mittendrin“ in Tirol begleitet junge Menschen mit Behinderung am Weg von der Schule in die Arbeitswelt. In Kärnten bietet das „ChancenForum“ Menschen mit Behinderung mit professioneller Assistenz, die berufliche Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Diese Projekte zeigen: Der Übergang von „Beschäftigungstherapie“ in Arbeit mit Entlohnung auf Basis eines Dienstvertrages ist möglich. dabei-austria unterstützt das gemeinsame Ziel der Behindertenvertretungen: Allen Menschen mit Behinderung muss vor Feststellung der „Arbeitsunfähigkeit“ eine geförderte Erprobungsphase von mindestens zwei Jahren ermöglicht werden.

Schaffung eines Inklusionsfonds und transparenter Förderungen

Menschen mit Behinderung muss die Teilhabe in dieser Gesellschaft ermöglicht werden. Die Schaffung eines Anreizsystems für Unternehmen ist unumgänglich. Unternehmen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen, müssen wissen, womit sie rechnen können. Daher ist ein transparentes und lückenloses System für Lohnkostenförderungen und sonstige Unterstützungen zwingend erforderlich. Zur Finanzierung dieser und weiterer notwendiger Maßnahmen in der Behindertenpolitik fordert auch dabei-austria die Einrichtung eines Inklusionsfonds.


Quelle: APA OTS
AutorIn: Dachverband berufliche Integration Austria | dabei-austria
Zuletzt aktualisiert am: 20.09.2017
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsintegration und unterstützte Beschäftigung, News
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