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Datum: 11.01.2018

„Nur Mut!“: WeltWegWeiser fördert Freiwilligeneinsätze von Menschen mit Behinderung

Der Freiwillige Erwin Buchberger auf Einsatz mit einer Schulklasse in Lettland

Der Freiwillige Erwin Buchberger auf Einsatz mit einer Schulklasse in Lettland, Fotocredit: Grenzenlos

Zwei Volontärinnen mit chronischer Beeinträchtigung engagieren sich im Rahmen eines Pilotprojekts der Servicestelle von Jugend Eine Welt in einer sozialen Einrichtung im Ausland

Im Ausland in einem Sozialprojekt leben und mitarbeiten, eine neue Kultur kennenlernen, wichtige praktische Erfahrungen sammeln – immer mehr Menschen wollen sich international engagieren. Auch Menschen mit Behinderungen haben diesen Wunsch, stoßen dabei aber oft auf Barrieren. Da muss etwa ein Jahresvorrat an Medikamenten angeschafft werden, eine Dolmetscherin für Gebärdensprache engagiert oder eine Rampe für eine Freiwillige mit Rollstuhl errichtet werden. „Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen arbeiten wir daran, diese Hürden Schritt für Schritt abzubauen“, sagt Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Ziel sei es, inklusive Freiwilligenprogramme zu schaffen, die das Engagement von Menschen mit Behinderung sichtbar machen.

Alle inklusive

Zwei Volontärinnen mit Beeinträchtigung sind bereits im Rahmen eines 2017 gestarteten Pilotprojekts auf Auslandseinsatz: Kerstin Lintner hat Diabetes und engagiert sich mit der Entsendeorganisation Grenzenlos in einem Menschenrechtsprojekt in Kolumbien. Eine andere Freiwillige mit Lernschwierigkeiten arbeitet an einer Schule in Neuseeland. Grenzenlos hat außerdem zwei inklusive Projekte in Honduras im Programm: eine sonderpädagogische Einrichtung sowie ein Zentrum für Blinde und Sehbehinderte. Auch die Internationale Freiwilligeneinsätze gGmbH der Caritas hat sich dazu entschieden, Freiwillige mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen zu entsenden und ihre Einsatzstellen barrierefreier zu gestalten. Die Organisation ermöglicht solchen Freiwilligen etwa Einsätze in rollstuhlgerechten Sozialprojekten in Rumänien und Bosnien-Herzegowina.

Als Koordinationsstelle bietet WeltWegWeiser zusätzliche Beratung und Unterstützung zur Umsetzung inklusiver Volontariate und motiviert auch andere Entsendeorganisationen in Österreich, Einsätze für alle zu ermöglichen. Langfristig sollen im gesamten WeltWegWeiser-Netzwerk inklusive Freiwilligenprogramme etabliert werden. Wie das gehen kann, zeigt die deutsche Organisation Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev), die 2012-2014 ein ähnliches Pilotprojekt in Deutschland durchgeführt hat. Mittlerweile werden in Deutschland pro Jahr rund 25 Freiwillige mit Behinderung oder Beeinträchtigung entsandt.

Finanziell unterstützt wird das Pilotprojekt Inklusive Freiwilligeneinsätze in Österreich von der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. „Ich freue mich, dass erstmals in Österreich Rahmenbedingungen für internationale Freiwilligeneinsätze von Menschen mit Behinderung geschaffen und damit inklusive Volontariatsprogramme gefördert werden“, betont ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter. 2017 hat die ADA 200 Freiwilligeneinsätze mit rund 600.000 Euro gefördert, um interessierten Menschen einen Einsatz in Bildungs- und Sozialprojekten in Lateinamerika, Afrika, Süd- und Osteuropa sowie Asien zu ermöglichen.

Fürs Leben lernen

Gerade in Einsatzländern des globalen Südens, wo behinderten Menschen oft der Zugang zu Bildung verwehrt wird, haben Freiwillige mit Behinderungen eine wichtige Vorbildwirkung. Neben der lokalen Bevölkerung profitieren aber vor allem die Freiwilligen selbst von den Lerneinsätzen. „Der Auslandseinsatz war für mich eine Schule des Lebens“, sagt der ehemalige Freiwillige Erwin Buchberger, der 2012 mit Grenzenlos für zwei Monate an einer integrativen Bildungseinrichtung in Lettland tätig war. Buchberger ist im Rollstuhl unterwegs und stößt damit im Alltag wie auf Reisen immer wieder auf Barrieren. Das Volontariat war für ihn ein wichtiger Baustein in seinem Lebensweg: „Ich würde es wieder machen!“ Auch Volontärin Elisabeth Stöhr aus Deutschland will andere Freiwillige zu diesem Schritt motivieren: „Ganz viel ist möglich, selbst wenn eine intensive Vorbereitung nötig ist. Nur Mut!“

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www.jugendeinewelt.at


Quelle: APA OTS
AutorIn: Jugend Eine Welt
Zuletzt aktualisiert am: 11.01.2018
Artikel-Kategorie(n): News, Sport und Freizeitaktivitäten
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