Datum: 16.07.2018

SOS-Kinderdorf: „Verländerung“ der Kinder- und Jugendhilfe braucht Fachdebatte

SOS Kinderdorf Logo

Parlamentarische Enquete zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe wünschenswert

Heute endet die Begutachtungsfrist eines weiteren Vorschlages zur Kompetenzbereinigung von Justizminister Moser. Mit ihrem aktuellen Gesetzesentwurf plant die Regierung eine „Verländerung“ der Kinder- und Jugendhilfe. Dass die Grundsatzgesetzgebung der Kinder- und Jugendhilfe künftig wieder in den Ländern stattfinden soll, ist für SOS-Kinderdorf Anlass, neben der reinen Kompetenzverschiebung auch eine fachliche Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe anzuregen.

„Die zentrale Frage ist für uns nicht, wo künftig gesetzliche Regelungen beschlossen werden, sondern ob sie fachliche fundiert die qualitative Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe unterstützen“, erklärt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.

„Die gesellschaftlichen und fachlichen Anforderungen an unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Not verändern sich immer schneller. Wir brauchen eine ähnliche Dynamik in den rechtlichen Rahmenbedingungen. Die geplante Kompetenzverschiebung ist ein guter Anlass, eine Fachdebatte zu führen und diese in die Gesetzgebung einfließen zu lassen. SOS-Kinderdorf sieht sich hier als Impulsgeber und kompetenter Partner, da wir in allen neun Bundesländern präsent sind“, führt Moser aus.

Parlamentarische Enquete zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe
Der SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer schlägt vor, eine parlamentarische Enquete zu Kinder- und Jugendhilfe zu veranstalten, um Politik und ExpertInnen zusammen zu bringen. „Es wäre ein schönes Zeichen, wenn sich alle im Parlament vertretenen Fraktionen für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen in Not engagierten und gemeinsam den Beschluss zu einer parteiübergreifenden Enquete fällten. Dort könnten die im Herbst 2018 abgeschlossene Evaluierung des Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetzes, die Erfahrungen der Bundesländer und die Sichtweise unterschiedlicher ExpertInnen zusammen geführt werden, um eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmen einzuleiten.“ Der Tag der Kinderrechte am 20. November wäre dazu ein guter Anlass, meint Moser.

Des Weiteren stelle er klar: „Für SOS-Kinderdorf ist es wichtig, dass durch die Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe jedem Kind gemäß der von Österreich unterzeichneten UN-Kinderrechtkonvention Schutz und liebevolle Unterstützung auf professionellem Niveau zukommt.“ Diese Verpflichtung zum Kinderschutz muss natürlich auch mit entsprechenden finanziellen Ressourcen ausgestattet sein. „Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen ohne Gefährdungen und mit guten Entwicklungschancen zu ermöglichen, ist eine Investition in eine leistungsfähige Gesellschaft und eine gelingende Zukunft. In diesem Sinne bringen wir uns als ExpertInnenorganisation in die aktuelle politische Debatte ein.“

Die ausführliche Stellungnahme zum Nachlesen:

Download-Link Stellungnahme 13.07.2018 SOS-Kinderdorf (PDF)


Quelle: APA OTS
AutorIn: SOS-Kinderdorf
Zuletzt aktualisiert am: 16.07.2018
Artikel-Kategorie(n): News, Soziale Arbeit und Begleitung
Permalink: [Kurzlink]