Datum: 10.08.2020

Menschen mit Lernschwierigkeiten in Krise nicht bevormunden!

einsamer Mann mit Mundnasenschutz-Maske sitzt im Rollstuhl und schaut zum Fenster raus

Symbolbild | Fotoquelle © shutterstock

In einer umfangreichen Stellungnahme kritisiert das Netzwerk Selbstvertretung Österreich den Umgang mit Menschen mit Lernschwierigkeiten – vor allem zu Beginn der Corona-Krise, und  erklärt, was in Zukunft besser gemacht werden muss.

Oswald Föllerer, Mitglied im Kernteam vom Netzwerk Selbstvertretung Österreich, hat uns das Papier zugesendet, in dem sehr detailreich beschrieben wird, mit welchen Problemen Menschen mit Lernschwierigkeiten während der Corona-Krise zu kämpfen hatten und noch immer haben.

Keine strengeren Regeln für Menschen in Einrichtungen

In Einrichtungen war es vielen Menschen mit Lernschwierigkeiten nicht erlaubt, nach draußen zu gehen. Vor allem in Wohneinrichtungen, so das Netzwerk, konnten sie nicht einmal einkaufen oder spazieren gehen, was andere Menschen sehrwohl durften. Hier darf es, so fordert das Netzwerk, keine härteren Regeln für Menschen in Einrichtungen geben als für alle anderen auch.

Die Isolation und die Ausgangsbeschränkungen treffen Menschen mit Lernschwierigkeiten besonders hart. Das Netzwerk weist darauf hin, dass viele Menschen mit Lernschwierigkeiten keinen Computer oder Smartphone besitzen oder dass sie diese nicht entsprechend zur Kommunikation nutzen können, da ihnen die notwendige Unterstützung fehlt.

Gute Information verringert Verunsicherung

Weiters fordert das Netzwerk Selbstvertretung Österreich, dass die bestehenden Regeln immer klar mitgeteilt werden. Veränderungen verunsichern Menschen mit Lernschwierigkeiten oft besonders, daher ist es wichtig, das zu erklären was passiert.

Besser vorbereitet sein

Das Netzwerk regt die Erstellung eines Notfall-Plans an, in dem für den Fall einer 2. Welle etwa eine Vorgehensweise festgelegt wird, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten besser unterstützt werden können. Dazu sollen Menschen mit Lernschwierigkeiten auch in den Entscheidungsgremien mitwirken und gehört werden. Denn auch – und vor allem – in Krisenzeiten wollen Menschen mit Lernschwierigkeiten ernst genommen werden und pochen auf ihre Kernforderung: „Nichts über uns ohne uns!“

Hier können Sie die Stellungnahme herunterladen:

Stellungnahme Corona Netzwerk SVÖ 15.07.2020


AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 20.08.2020
Artikel-Kategorie(n): Menschen mit Lernschwierigkeiten, News
Permalink: [Kurzlink]


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