Fachtagung / Kongress

Fachtagung: Inklusion und Verfahren vor Gericht für Kinder mit Behinderungen

5. Oktober 2026Wien

Vergangene Veranstaltung · Archiv 2026

Ludwig Boltzmann Institut

Ob als Zeug:innen, Betroffene von Straftaten oder als Beschuldigte – es gibt viele Gründe, warum Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren involviert sein können. Die Fachtagung widmet sich Fragen zu Zugängen, Kommunikation und Unterstützungsstrukturen.

Kinder mit Behinderungen haben das Recht, gleichberechtigt an Gerichtsverfahren teilzunehmen. In der Praxis bestehen jedoch häufig kommunikative, strukturelle und institutionelle Barrieren, die den Zugang zum Recht erschweren. Inklusive Gerichtsverfahren erfordern daher mehr als rechtliche Regelungen – es braucht kindgerechte Verfahrensanpassungen, barrierefreie Kommunikation und inklusive Unterstützungsstrukturen.

Unter dem Themenschwerpunkt "Inklusion und Verfahren vor Gericht für Kinder mit Behinderungen –Zugänge, Kommunikation und Unterstützungsstrukturen" lädt das Ludwig Boltzmann Institut zu einer Fachtagung. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Richter:innen, Staatsanwält:innen, Prozessbegleiter:innen, Kinderbeiständ:innen, Polizei, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenorganisationen, Monitoringeinrichtungen und weitere Akteure an der Schnittstelle von Justiz, Kinderschutz und Inklusion-

Die Fachtagung beleuchtet gemeinsam mit Expert:innen aus den Bereichen Justiz, Polizei, Behindertenrechte und Kinderschutz menschenrechtliche Grundlagen, Anforderungen an inklusive Kommunikation und Möglichkeiten für inklusive Unterstützungsstrukturen. Das im ENSURE-Projekt entwickelte Modell für Unterstützungspersonen dient dabei als Ausgangspunkt, um bestehende Strukturen zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Im Mittelpunkt stehen drei Themenbereiche:

  1. Kinder mit Behinderungen als Rechtsträger:innen: Was bedeutet Zugang zum Recht für Kinder mit Behinderungen und welche Anforderungen an inklusive Gerichtsverfahren ergeben sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention, der UN-Kinderrechtskonvention und dem Recht auf Verfahrensanpassungen?
  2. Kinder verstehen - Kommunikation ermöglichen: Was brauchen Kinder mit Behinderungen, damit Kommunikation in Gerichtsverfahren gelingt? Expert*innen aus Entwicklungspsychologie, Unterstützter Kommunikation und Disability Studies geben praxisnahe Einblicke und diskutieren Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe.
  3. Unterstützungsstrukturen weiterdenken: Ausgehend vom ENSURE-Modell wird diskutiert, wie bestehende Unterstützungsstrukturen in Österreich verbessert und Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren künftig besser unterstützt werden können. Gemeinsam sollen dazu konkrete Empfehlungen entwickelt werden.

Die Tagung verbindet fachliche Inputs mit interaktiven Arbeitsphasen und bietet Raum für Austausch. In Tischgesprächen werden außerdem einzelne Aspekte inklusiver und kindgerechter Gerichtsverfahren vertieft und gemeinsam diskutiert. Ziel ist es, gemeinsam Perspektiven für inklusive und kindgerechte Gerichtsverfahren in Österreich zu entwickeln.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des EU-kofinanzierten Forschungsprojekts „ENSURE – Sicherstellung des Zugangs zu Unterstützungspersonen für Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren“ statt. Das Projekt wird unter der Gesamtleitung der Internationalen Juristenkommission – Europäische Institutionen umgesetzt.