ARCHIV 2014
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Treffen der Initiative "Sozial aber nicht blöd"

Die Initiative „Sozial aber nicht blöd“ lädt am Dienstag, 2. Dezember 2014 zu einem Vernetzungstreffen ins Amerlinghaus in Wien.

Unsere Arbeit ist Mehr – Wert !
An alle MitarbeiterInnen in den Gesundheits- und Pflegeberufen:

diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,
PflegehelferInnen, HeimhelferInnen, SozialbetreuerInnen,
SozialarbeiterInnen, EinsatzleiterInnen, Angehörige,
Ehrenamtliche und solidarische Menschen!!!

Wir, als AktivistInnen der Initiative „Wir sind sozial aber nicht blöd“ möchten zur Vernetzung und zum Protest von MitarbeiterInnen in Gesundheit und Pflege aufrufen. Wir laden Euch ein zu einem gemeinsamen Treffen am 2.Dezember um 17.00 Uhr im Amleringhaus!

In diesem Text geht es in erster Linie um die zum Teil katastrophalen Arbeitsbedingungen in der mobilen Pflege und Betreuung (Hauskrankenpflege).

Hören wir auf, uns selbst zu belügen und anderen vorzumachen, es wäre alles in Ordnung.
Hören wir auf, uns selbst und die KollegInnen auszubeuten.

Die Wirklichkeit unserer Arbeit sieht ja so aus:

  • In der Ausbildung wird der Hauskrankenpflege wenig Zeit gewidmet. Und HeimhelferInnen lernen in 3 Monaten, wofür in den 70er Jahren 6 Monate Zeit waren.
  • Die Berufsverweildauer ist sehr gering (sechs Jahre laut NEXT- Studie der Uni Wuppertal).
  • Zur geforderten Flexibilität und zum Arbeitsdruck kommt hinzu, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kaum machbar ist.
  • Dienstpläne können oft nicht eingehalten werden.
  • Dienstveränderungen sind manchmal noch am gleichen Tag notwendig.
  • Im Kollektivvertrag geregelte Stundenbegrenzungen werden immer wieder aufgeweicht.
  • Keine Personalplanung in der mobilen Pflege (keine Personalschlüssel)
  • Fehleinsetzung des Personals durch Doppelgleisigkeiten
  • Keine Zeit für Analog-Kommunikation durch Überhandnahme technischer Hilfsmittel.
  • Zeitdruck durch technische Zeitaufzeichnungsgeräte aus dem Fernfahrerbereich (MOCA).
  • Ein, der Arbeit und der Verantwortung absolut unangemessenes Gehalt.

Wir sind keine Roboter, die Dinge herstellen.
Wir sind Menschen, die für Menschen arbeiten!
Und wir machen unsere Arbeit gern!

Wir sind bei jedem Wetter unterwegs und unser Arbeitsplatz ist die Wohnung der Klientinnen und Klienten.
Je nach Lebenssituation der KlientInnen ist dieser Arbeitsplatz zum Teil sehr gut, zum Teil gut aber auch manchmal sehr schlecht ausgestattet.
So gibt es oft keine Hilfsmittel (z.b. Lifter, höhenverstellbares Bett, keine Ablageflächen, vernachlässigte Hygiene, kein WC oder Warmwasser, Schimmel etc.)
Neben unserer Kompetenz, unserer Empathie und unserer Gelassenheit sind wir alle SpezialistInnen in der Improvisation.

Wir fordern:

  • Lebensweltgerechte und altersgerechte Arbeitsplätze
  • Einrichtung einer homogenen Pflegekonzeption – Jeder Mensch in Österreich hat, unabhängig von seinem Einkommen das Recht auf qualitätsvolle und stressfreie Pflege und Betreuung
  • Professionelle Organisationsentwicklung und Ressourcenplanung nach Qualifikation, Tätigkeit und Arbeitsplatzbeschreibung
  • 30% Gehaltserhöhung für alle Berufsgruppen, egal ob in einem Dienstverhältnis oder als Selbständig – Arbeitende
  • Wochenend- und Feiertagsdienste mit 100% Zuschlag
  • Erhöhung der Bezahlung für Rufbereitschaft bzw. Bereitschaftsdienst
  • Einhaltung der Kollektiv- bzw. Betriebsvereinbarungen
  • Verkürzung des Durchrechnungszeitraums von drei Mo auf ein Monat
  • Wiedereingliederung der Pflegeagenden unter öffentliche Kontrolle und Verwaltung statt durch den FSW
  • Adäquate Ausbildung und Fortbildung bei bezahlter Dienstzeit
  • Wir sind uns der haarsträubenden Arbeitsbedingungen der 24-Stunden-BetreuerInnen bewusst, ebenso wissen wir um die selbständig arbeitenden KollegInnen in kleinen Vereinen.
  • Wir lassen uns aber nicht gegeneinander ausspielen, sondern verlangen gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung für Alle!

Die Gewerkschaften VIDA, GPA-djp, GÖD, GdG-KMSfB verfolgen häufig unterschiedliche Interessen für unterschiedliche Berufsgruppen und verhandeln mit unterschiedlichen Arbeit-und/oder Auftraggebern.

Wir verlangen von unseren Gewerkschaften, dass sie sich endlich an einen Tisch setzen und unsere Arbeit gemeinsam vertreten und unter Einbindung der Beschäftigten für Verbesserungen im Gesundheits- und Sozialbereich kämpfen!

Aber abgesehen davon:
Nehmen wir unsere Rechte selbst in die Hand!

Bis zum 2. Dezember um 17 Uhr im Amerlinghaus!

Link

www.sozialabernichtbloed.blogspot.co.at

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Treffen der Initiative "Sozial aber nicht blöd"
Initiative "Sozial aber nicht blöd"
02.12.2014
17.00 Uhr


Eingetragen von: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 03.05.2016
Kategorie(n): Events
Permalink: [Kurzlink]

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