Datum: 13.06.2016

Diakoniewerk startet im Herbst mit Lehrgang zur Berufsorientierung für Asylsuchende

Schuldirektoren Diakoniewerk

Mag. Markus Kapsammer (Direktor der Schule für Sozialbetreuungsberufe Behindertenarbeit / Behindertenbegleitung), Mag. Susanne Kunze (Direktorin der Schule für Sozialbetreuungsberufe Altenarbeit) und Dr. Johann Stroblmair (Geschäftsführer Diakoniewerk Oberösterreich) (v.l.n.r), Foto: Minichberger

AsylwerberInnen sind derzeit bis zu ihrem positiven Asyl-Bescheid zur Untätigkeit gezwungen. Damit Integration gelingen kann braucht es jedoch Begegnungsräume in Arbeit und Bildung. Ein zweisemestriger Lehrgang an den Schulen des Diakoniewerks in Gallneukirchen setzt hier an und bereitet ab Herbst Menschen auf der Flucht für die Ausbildung im Sozialbereich vor.

Die soziale Integration von Asylsuchenden aus den Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Ostens stellt die österreichische Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Es bedarf Lösungen in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Bildung. Die Beschaffung von Wohnraum, flächendeckende Deutschkurse für Asylsuchende und das Kennenlernen sowie Verstehen der österreichischen Werte und Kultur sind bereits in Umsetzung. Auch das Diakoniewerk entwickelt konstruktive Maßnahmen und bietet ab Herbst einen Lehrgang zur Berufsorientierung für Asylsuchende. Der zweisemestrige Kurs mit Deutschschwerpunkt soll für einen Beruf im Sozialbereich begeistern. Bei Interesse und Eignung besteht im Anschluss die Möglichkeit eine Ausbildung zur Fach-SozialbetreuerIn Altenarbeit oder Behindertenarbeit nach dem OÖ. Sozialberufegesetz zu beginnen. Ziel ist es danach einen Arbeitsplatz in einer Einrichtung für Seniorinnen und Senioren oder in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen zu finden.

„Wir möchten Menschen auf der Flucht die Chance geben auch im Sozialbereich ihre Kompetenzen zu zeigen. Der Lehrgang bietet die Möglichkeit die Zeit des Wartens während des Asylverfahrens sinnvoll zu nutzen und sich aktiv zu integrieren. Dem Diakoniewerk ist es wichtig, speziell auf lange Sicht lösungsorientiert zu agieren“, ist Johann Stroblmair, Geschäftsführer des Diakoniewerks OÖ, von diesem neuen Konzept überzeugt.

Geplant ist die Aufnahme von Asylsuchenden in den bestehenden Lehrgang zur Einführung in die sozialen Dienste. Im persönlichen Kennenlernen liegt auch eine große Chance Vorurteile abzubauen. „Durch den gemeinsamen Besuch des Lehrgangs werden das gegenseitige Verständnis für die fremden Kulturen und das gemeinsame Zusammenleben in Österreich gefördert. Unsere Schulen sind der ideale Ort, um Kontakte zu knüpfen und sich ein soziales Netzwerk aufzubauen“, ist Susanne Kunze, Direktorin der Schule für Sozialbetreuungsberufe Altenarbeit, überzeugt. Der geplante Lehrgang dauert zwei Semester und umfasst 375 Unterrichtsstunden, zusätzlich 150 Deutschstunden sowie 200 Stunden Praktikum. Erfahrene Lehrkräfte aus den Berufsfeldern vermitteln Kompetenz und aktuelles Know-how.

„Die Schulen des Diakoniewerks bieten seit ca. 25 Jahren Einführungslehrgänge in die soziale Arbeit an. Wir reagieren nun auf die demographischen Veränderungen in Österreich und haben unser Ausbildungsangebot entsprechend erweitert. Mit dem Fokus auf das Erlernen der deutschen Sprache wurde der Lehrgang speziell auf die Bedürfnisse der Asylsuchenden abgestimmt“, so Markus Kapsammer, Direktor der Schule für Sozialbetreuungsberufe Behindertenarbeit.

Das Diakoniewerk begleitet in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark rund 900 Asylsuchende in der Grundversorgung. Gelungene Integration schafft Heimat und ermöglicht Menschen auf der Flucht eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Sie legt den Grundstein zur Gleichberechtigung in rechtlicher, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Für die Aufnahmegesellschaft stellt sie dadurch eine Bereicherung dar. „Eine erfolgreiche Integration braucht auf beiden Seiten den guten Willen der Beteiligten aber auch einen verbindlichen Plan, mit den entsprechenden Maßnahmen und Schritten für eine nachhaltige Integration in der Aufnahmegesellschaft. Fördern wie Fordern sind notwendig“, betont Rektorin Christa Schrauf.


Quelle: Diakoniewerk Oberösterreich
AutorIn: Diakoniewerk Oberösterreich
Zuletzt aktualisiert am: 18.06.2017
Artikel-Kategorie(n): News, Soziale Arbeit und Begleitung
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