Der 12. Diversity Ball findet am Samstag, 4. Mai 2019 im Kursalon Wien unter dem Motto MASKERADE - Be what you want to be statt Mehr Infos - hier klicken!

Datum: 11.12.2017

Peter Gstöttmaier beim Literaturpreis Ohrenschmaus ausgezeichnet

Preisverleihungsgala in Wien 2017 mit Petter Gstöttmaier

Bei der Preisverleihungsgala in Wien nimmt Petter Gstöttmaier (ganz rechts) die Auszeichnung von Ludwig Laher (2. Person von rechts) entgegen, Fotocredit: Lebenshilfe OÖ

Zum siebten Mal in Folge ist Peter Gstöttmaier Preisträger beim Literaturpreis Ohrenschmaus. Als Gewinner des „Schokoladenpreises“ wird sein Gedicht in einer eigens dafür gestalteten Zotter-Schokolade zu finden sein.

186 Texte von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung wurden beim 11. Literaturpreis Ohrenschmaus eingereicht. Das Gedicht „Drübaschlofa, Heli!“ von Peter Gstöttmaier konnte dabei den begehrten „Schokoladenpreis“ für sich entscheiden. Das Gedicht ist in der Verpackungsinnenseite „Ohrenschmaus-Schokolade“ von Zotter abgedruckt. Zur Preisverleihungsgala wurde Peter Gstöttmaier von seiner Schwester und Kollegen aus der Lebenshilfe-Werkstätte Grein begleitet.

„Wieder einmal hat Peter Gstöttmaier nicht nur große poetische Kraft bewiesen, sondern auch einem seiner wichtigsten Themen eine neue Facette abgerungen. „Drüberschofa, Heli“, handelt von zwei Menschen, dem Heli, der schwer damit zu kämpfen hat, in der Welt zu bestehen, auch weil die Umwelt ihm oft insensibel begegnet, und dem lyrischen Ich, das nicht nur Empathie für Heli empfindet, sondern die Ärmel aufkrempelt und sich aktiv um ihn bemüht, ihm mit klugen Ratschlägen unaufdringlich beisteht und ihn spüren lässt, dass er ihn schätzt und mag. Ein wunderbarer, zu Herzen gehender Text“, so Jurymitglied Ludwig Laher.

Buch dokumentiert Lebensweg von Gstöttmaier

2016 veröffentlichte Gstöttmaier sein erstes Buch mit dem Titel „Söbständi“. Der 55-jährige Klient der Werkstätte Grein dokumentiert darin mit Gedichten und Zeichnungen seinen Lebensweg, der eng mit der Werkstätte Grein verknüpft ist. Auch in „Drüberschofa, Heli“, beschreibt Peter Gstöttmaier einen Arbeitskollegen aus der Werkstätte Grein. „Diese Auszeichnung bestätigt uns einmal mehr darin, Peter Gstöttmaiers gefühlvolle poetische Werke der Öffentlichkeit durch ein Buch zugänglich gemacht zu haben“, so Walter Edtbauer, Leiter der Werkstätte Grein.

Das Siegergedicht von Peter Gstöttmaier

DRÜBASCHLOFA , HELI !

Wüll des net hobm , Heli wüll des net hobm ,
STICHLN , des mog a net , do geht’s eahm net guat ,
fongt on zum spinna , sogt nix mehr, ist ongsponnt
—–LOSSTS MI GEHN —–
Wonn Heli locka ist und net beleidigt , konnst ois hobm,
geht alloani zum Spar und in Trafik , holt si Tschick und Lottoschein,
bringt si söba weida, so wia ih, genau söbi.
Heli is ehrli, is net ohdraht, sein Problem is , frißt ois eini.
Leut sogn DODL, BLEDA HUND , er sogt nix ,wird spinnat.
Heli rauft net, sein Lebta net, hot nu nie graft,
schimpft net , wehrt si net, wird ollweu leiser, schaut traurig,
loßt Schädl hänga ..
Donn redi Heli guat zua ,
Heli bist eh a klassa Hawara , mir zwoa san a bissal gleich ,
mir zwoa mögn koan Wiarbi .
Heli muaßt probiern alloani wohna , dös is so friedli,
net in da Gruppm, gonz alloani , nur du –
do host dei Ruah , do red neamd drein , dös is so schen.
Betreuer kennan Heli gonz genau , loßn eahm in Ruah.
Um Vieri ( 16 ) fohrt Heli hoam und nächsten Tog is wieda ok ,
kennst nix mehr , is wieda da Oide .
DRÜBASCHLOFA muaß ma , einfoch amol DRÜBASCHLOFA .
Schlof radiert ois aus.
Lebm geht wieda leicht .


Quelle: Lebenshilfe Oberösterreich
AutorIn: Lebenshilfe Oberösterreich
Zuletzt aktualisiert am: 12.12.2017
Artikel-Kategorie(n): News, Sport und Freizeitaktivitäten
Permalink: [Kurzlink]