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Datum: 01.07.2016

Karmasin: Kinder mit Behinderung brauchen Frühförderung und deren Eltern benötigen Unterstützung

Familienministerin Sophie Karmasin im Wiener Hilfswerk

Am 1. Juli 2016 gab Familienministerin Sophie Karmasin ein Pressegesrpäch im Wr. Hilfswerk. Fotocredit: BMFJ/Wenzel.

Beratung und Entlastung der betreuenden Angehörigen in den Vordergrund rücken. Über 95.000 Kinder und Jugendliche sind dauerhaft beeinträchtigt und werden überwiegend in der Familie gepflegt.

Familienministerin Sophie Karmasin und Wiener Hilfswerk-Präsidentin Karin Praniess-Kastner rückten die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung und deren Familien in den Vordergrund. 5,4 % der unter 20-Jährigen in Österreich sind dauerhaft beeinträchtigt. Am häufigsten kommen Beeinträchtigungen der Beweglichkeit, des Sehens, der Wahrnehmung und andere chronische Erkrankungen vor. „Dabei bedürfen jedoch nicht nur die beeinträchtigen Kinder und Jugendlichen einer Unterstützung, sondern auch ihre Betreuungspersonen – allen voran ihre Eltern. Wir wissen, dass Pflege überwiegend in der Familie stattfindet, und auch die betreuenden Personen oft einer Überbelastung ausgesetzt sind. Mit unseren Angeboten möchten wir Abhilfe schaffen“, sagt Familienministerin Sophie Karmasin.

Elternbildung und Elternberatung haben hohen Stellenwert

Insbesondere die Elternbildung und Elternberatung nehmen im BMFJ seit Jahren einen hohen Stellenwert ein. 370 barrierefreie Familienberatungsstellen und Elternvereine bieten Unterstützung zu verschiedenen psychosozialen Herausforderungen wie Familienkonflikten, Suchtverhalten und Gewaltprävention, aber auch dem Leben mit einem Kind mit Behinderung. Im Jahr 2015 konnten über 460.000 anonyme Beratungsgespräche geführt werden. „Wir bieten aber auch Maßnahmen der Elternbildung an, die stark auf Prävention ausgerichtet sind. Unser Ziel ist es, mit Bildung die elterliche Kompetenz zu stärken und damit Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung vorzubeugen. Auch Eltern, die Kinder mit Behinderung betreuen, profitieren verstärkt von unserem niederschwelligen Angebot“, bekräftigt Karmasin.

Das Familienministerium hat die Website www.eltern-bildung.at eingerichtet, wo Eltern ExpertInnen-Tipps und eine Übersicht der angebotenen Veranstaltungen erhalten. „Familie und Behinderung“ wird auf der Elternbildungs-Website als eigenes Schwerpunktthema behandelt. Die Themen umfassen unter anderem den Umgang mit der ersten Diagnose, die Entwicklung im Kleinkindalter, Schule und Berufsbildung. Die Family App bietet außerdem Ferienbetreuungsangebote für Kinder mit Behinderung. Das BMFJ hat auch seine Erziehungsbroschüren „Eltern-Tipps“ erweitert. Neben den Ratgebern für die Themen „Alleinerziehend“, „Patchworkfamilie“, und „Eltern 35+“ gibt es nun auch einen kostenlosten Ratgeber für Familien mit Kindern mit Behinderung.

Praniess-Kastner: „Inklusion muss das Ziel sein“

Auch im Freizeitbereich für Menschen mit Behinderung bedarf es einer besonderen Unterstützung und Entlastung für Eltern und Kinder. „Freizeiteinrichtungen und Aktivitäten außerhalb von Schule und Kindergarten sind für Kinder mit Behinderung und deren Eltern besonders wertvoll“, berichtete Praniess-Kastner. Das Wiener Hilfswerk betreibt mit der Spielothek und dem Aktionsraum zwei einzigartige Angebote in diesem Bereich. „Bei der Spielothek handelt es sich um einen Treffpunkt für Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung und deren Geschwister“, so die Wiener Hilfswerk-Präsidentin. „Die Eltern sollen sich bei uns vernetzen können und die Kinder sollen die Möglichkeit haben, sich in einer geschützten Atmosphäre mit pädagogisch wertvollen Spielsachen zu beschäftigen.“

Beim Aktionsraum wiederum handelt es sich um eine Freizeiteinrichtung für Jugendliche mit und ohne Behinderung. „Hier können die Jugendlichen Gleichgesinnte treffen und gemeinsam ihre Freizeit verbringen“, erläuterte Praniess-Kastner. Dem Wiener Hilfswerk ist dabei wichtig, dass sich das Programm nach den Interessen und Bedürfnissen der Jugendlichen richtet und auch eigene Ideen der jungen Besucher/innen umgesetzt werden. In Zukunft erwartet die Präsidentin einen gezielten Ausbau der Entlastungsdienste für Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, sowie die Unterstützung und Beratung durch und mit anderen betroffenen Eltern. „Das Ziel ist aber die Förderung von Freizeitangeboten für alle Menschen – das Ziel lautet Inklusion“, so Praniess-Kastner.


AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 18.06.2017
Artikel-Kategorie(n): Hilfsmittel und Therapien, News
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