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Datum: 17.11.2010

Pflege- und Betreuungsskandal Schwanberg: Konsequenzen gefordert

Gewalt und Pflegemängel in steirischer Pflegeeinrichtung führen zu einem grundsätzlichen Umdenken in der Betreuung psychisch und intellektuell eingeschränkter Personen.

Große Bestürzung von allen Seiten hat der jüngste Skandal im Pflegheim Schwanberg (Bezirk Deutschlandsberg) ausgelöst. Psychisch Kranke und intellektuell Behinderte wurden nicht fachgerecht betreut. Sogar von sexuellen Übergriffen und Gewaltexzessen ist die Rede. Die Polizei vermutet zudem Vertuschungsversuche durch die Anstaltsleitung. Ins Rollen kam der Fall durch couragierte PflegerInnen, die die Missstände nicht länger mitansehen konnten.

Trägereinrichtung verspricht Reformen

Die Anstalt wird vom größten steirischen Gesundheitsbetrieb, der KAGes, geführt. Statt einer Schließung fordert die Unternehmensleitung einen Neubeginn: „Wir fühlen uns den Pfleglingen im Landespflegeheim Schwanberg verpflichtet, für die oft dieses Heim die letzte Zufluchtsstätte ist.“ Nach Angaben des Unternehmens wäre Schwanberg für solche PatientInnen offen gewesen, die in anderen Einrichtungen abgewiesen wurden. Als erster Schritt soll eine Definition der Zielgruppe vorgenommen werden: „Die Grundsatzentscheidung ist, ob Schwanberg eine Sonderkrankenanstalt bleibt oder eine Behinderteneinrichtung wird, was für viele PatientInnen gravierende Unterschiede ausmacht“, so Pflegeombudsfrau Renate Skledar.

Grüne und Steirische Volkspartei für kleinere Behindertenheime

Der steirischen Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonneck gehen diese Reformschritte noch nicht weit genug: „Man betreut heutzutage Menschen mit Behinderung nicht mehr in Großheimen, sondern in einer gemeindenahen Form, in Gruppen“. Ins gleiche Horn stößt Edlinger-Ploder von der Steirischen VP: „Ich glaube, dass die Größe des Pflegeheimes Schwanberg bzw. die Anzahl der Menschen, die dort untergebracht sind, schlichtweg zu groß ist.“ Für kommende Woche wurde ein Schlussbericht über die Missstände in Schwanberg angekündigt. Dann werden konkrete Schritte seitens der Landesregierung vorgenommen.


Quelle: orf.at
AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 17.11.2010
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsbedingungen, Behindertenpolitik
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