Datum: 10.11.2017

„Ausbildung als Recht und Pflicht“ – für Jugendliche mit und ohne Behinderung

Sozialministeriumservice auf der Personal Austria 2017

Sozialministeriumservice auf der Personal Austria 2017. v.l.n.r.: DSP Clemens Auböck; DSAin Mag.a (FH) Ingrid Hofer; Ala; Dr. Günther Schuster. Foto: Sozialministeriumservice / CM Creative.

Das entsprechende Gesetz ist seit Sommer dieses Jahres in Kraft. Bei der Personal Austria-Messe in Wien informierte ein Podiumsgespräch des Sozialministeriumservice über alle Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für Jugendliche, aber auch für Unternehmen.

„Bestens ausgebildete Jugendliche – Ausbildung als Recht und Pflicht“ lautete das Motto der Veranstaltung. Der Leiter des Sozialministeriumservice, Dr. Günther Schuster, informierte in seinem Statement über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: „Etwa 5.000 Jugendliche verlassen jedes Jahr das heimische Bildungs- -und Ausbildungssystem, ohne über einen die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss zu verfügen.“ Dies bedeute ein mehrfaches Risiko: drohende Arbeitslosigkeit oder Hilfsarbeit. Die gesetzliche Ausbildungspflicht soll dazu beitragen, diesen ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen durch Unterstützungsangebote den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu erleichtern.

Das NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz umfasst derzeit 5 Unterstützungsangebote, die vom Sozialministeriumservice finanziert und von verschiedenen ProjektträgerInnen österreichweit angeboten werden:

  • Jugendcoaching
  • Produktionsschule
  • Berufsausbildungsassistenz
  • Arbeitsassistenz
  • Jobcoaching

Für all diese Angebote wurden im vergangenen Jahr mehr als 98 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Profitiert haben davon nicht nur die Jugendlichen, sondern auch viele Unternehmen, die bereits vorausgebildete Jugendliche als Lehrlinge beschäftigen konnten bzw. während der Lehrzeit auch durch Coaches unterstützt wurden. Jugendcoach DSP Clemens Auböck von ÖSB Consulting brachte es in seinen Ausführungen auf den Punkt. Man müsse die Jugendlichen „dort abholen, wo sie stehen“. Man müsse den Jugendlichen Orientierung bieten, mit ihnen passende berufliche Ziele entwickeln und reflektieren, um individuelle Hindernisse zu überwinden und den Prozess der Umsetzung zu koordinieren und zu begleiten. Ob im Jugendcoaching oder durch die Teilnahme an der Produktionsschule – Ziel sei immer, erfolgreich am Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können oder auch eine weitere Schullaufbahn in Angriff zu nehmen.

Der Jugendliche H. A. machte deutlich, wie viele Probleme es am Übergang von Schule zu Beruf gibt. Seine Familie schickte ihn in eine Handelsschule, aber schon im 1. Schuljahr gab es viele negative Beurteilungen. Beim Treffen mit einem Jugendcoach wurde klar, dass der 16-jährige eher handwerkliches Geschick hat. Um den Berufswunsch konkretisieren zu können, besucht er seit knapp einem Monat eine Produktionsschule in der Hoffnung, durch mehrere Praktika sich für den richtigen Job zu qualifizieren.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte DSAin Mag.a (FH) Ingrid Hofer die Koordinierungsstelle Jugend – Bildung – Beschäftigung vor. Koordinierungsstellen gibt es in allen Bundesländern. Ihre Aufgabe ist das Bereitstellen aller Informationen über Unterstützungs- und Förderleistungen, die Jugendliche, deren Erziehungsberechtige, aber auch LehrerInnen zur erfolgreichen Umsetzung der Ausbildung bis 18 benötigen. „Ein Weg zur Koordinierungsstelle kann sich lohnen, denn es geht auch um soziale Kompetenzen, kostenlose Unterstützungen auch für Jugendliche mit Behinderung sowie jede Menge Förderangebote – auch für Unternehmen“, betonte Ingrid Hofer. „Wir haben dafür den entsprechenden Überblick und wissen, welche Partnerorganisation für den weiteren Ausbildungsschritt die entsprechende Hilfe anbieten kann.“ Mehr Infos unter: www.bundeskost.at


AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 10.11.2017
Artikel-Kategorie(n): Arbeitsintegration und unterstützte Beschäftigung, News, Schulische Integration
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