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Datum: 08.03.2019

Blinde und sehbehinderte Frauen wollen ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs Logo

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Dieser entstand im Kampf um Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frau. Trotz aller Bemühungen liegt jedoch noch ein weiter Weg vor uns. Wir von der Hilfsgemeinschaft möchten den Tag zum Anlass nehmen, um auf die Ungleichbehandlung von Frauen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.

Laut Statistik Austria haben in Österreich 18,4 Prozent der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren eine dauerhafte Beeinträchtigung. Das sind hochgerechnet rund 1,3 Millionen Menschen. Diesen Menschen wird der Zugang zu Bildung, Gesundheit und Beschäftigung erschwert. Frauen mit Behinderung haben es dabei doppelt schwer. Denn betroffene Frauen haben nicht nur mit behindertenspezifischen Problemen zu kämpfen, sondern auch mit frauenspezifischen Benachteiligungen.

Da Frauen mit Behinderung eher traditionell weibliche Berufe ausüben, sind sie daher einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Die Fakten des Weltberichtes über Behinderung verdeutlichen diese Annahme. Obwohl alle Menschen mit Behinderungen mit Hindernissen für die Beschäftigung konfrontiert sind, wurde festgestellt, dass Männer mit Behinderungen fast doppelt so häufig beschäftigt sind, wie Frauen mit Behinderungen.

Die Fakten des Weltberichtes zeigen auch auf anderen Ebenen eine Ungleichstellung und Diskriminierung. So erleben Frauen und Mädchen mit Behinderungen häufiger geschlechtsspezifische Gewalt, sexuellen Missbrauch, Vernachlässigung, Misshandlung und Ausbeutung, als Frauen und Mädchen ohne Behinderungen. Zudem liegt die globale Alphabetisierungsrate bei Frauen mit Behinderungen bei nur einem Prozent.

Diese Frauen haben niemals die Chance ihre Möglichkeiten auszuschöpfen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie sind aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit als Frau und zum anderen als Mitglied einer sozialen Gruppe mit Behinderung, verschiedensten Diskriminierungen ausgesetzt.

Frauentag 2019

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs – Frauentag 2019; Bild (C) Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs

Was wir fordern

Mit unserer Arbeit wollen wir mehr Bewusstsein in die Öffentlichkeit bringen und vor allem soziale Normen und Vorurteile verändern. Wir wollen den Frauentag dazu nutzen, um Solidarität zu zeigen und auf diese Diskriminierung hinzuweisen.

Blinde und sehbehinderte weibliche Mitglieder der Hilfsgemeinschaft fordern…

  • Ich wünsche mir, dass Inklusion im gesamten Bildungssystem rasch umgesetzt wird!
  • Ich wünsche mir, dass Frauen mit Behinderung endlich in allen Lebensbereichen die gleichen Chancen erhalten!
  • Ich wünsche mir, was wir dringend benötigen: Die gleichen Rechte wie Männer – die gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit!
  • Ich wünsche mir das Recht auf meinen eigenen Körper und den Schutz vor sexuellen Übergriffen!
  • Ich wünsche mir den Ausbau von Gewaltprävention und Schutzsystemen für Frauen!
  • Ich wünsche mir, dass der Wunsch nach eigenen Kindern unterstützt und respektiert wird!
  • Ich wünsche mir, dass das Potenzial von Frauen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen erkannt und genutzt wird.
  • Ich wünsche mir Respekt und Anerkennung!

Link

www.hilfsgemeinschaft.at


Quelle: Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
AutorIn: Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
Zuletzt aktualisiert am: 08.03.2019
Artikel-Kategorie(n): Gleichstellung und Antidiskriminierung, News
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