Datum: 16.03.2021

Assistenzhunde können mehr als blinde Menschen begleiten

Assistenzhund bei der "Arbeit"

Assistenzhund | Fotos Copyright © Dr. Petra Wegscheider

Jeder kennt ihn, den Blindenführhund. Dass Assistenzhunde aber viel mehr können, wissen nur wenige. Petra Wegscheider hat in einer Arbeit zusammengefasst, was Assistenzhunde – insb. am Arbeitsplatz – leisten.

Mit ihrem Servicehund ist Petra Wegscheider am Arbeitsplatz und auch privat unterwegs. Der treue Begleiter übernimmt Tätigkeiten, die Wegscheider selbst wegen ihrer Behinderung nicht ausführen kann und ermöglicht ihr so mehr Selbstbestimmung und Autonomie im Alltag.

Ausbildung und Prüfung

Bis ein Hund zum Assistenzhund wird, ist es ein langer Weg. Zuerst einmal gibt es bevorzugte Rassen, die für die Ausbildung zum Servicehund geeignet sind, dann muss sich der Hund einem definierten Eignungstests (Gesundheitliche Eignung und Wesenseignung) und einer speziellen Ausbildung unterziehen. Das Training darf nur von zertifizierten Ausbildnern durchgeführt werden, und die Prüfung des Assistenzhundes erfolgt durch die Veterinärmedizinische Universität Wien.

Begleitung Privat und im Beruf

Prinzipiell darf ein zertifizierter Assistenzhund seine Chefin überall hin begleiten, und zwar ohne Leine und Maulkorb, das ist im Bundesbehindertengesetz und der Richtlinie Assistenzhunde des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz geregelt. Gewisse Zugangsbeschränkungen gibt es nur, wenn Hygieneaspekte dies erfordern, z.B. in Lagerräumen von Lebensmitteln oder Eingriffsräumen in Ordinationen oder Krankenhäusern. Der generelle Zutritt in eine Arztpraxis, z.B. in den Empfangsraum aber auch zumindest in einen Behandlungsraum, darf einer behinderten Person mit Assistenzhund jedoch nicht verwehrt werden.

Hilfe und Sicherheit

Grob eingeteilt können Assistenzhunde in drei Kategorien werden: Blindenführhunde, Signalhunde, Servicehunde. Am häufigsten in öffentlichen Raum sichtbar sind Blindenführhunde. Vor allem in unbekannter Umgebung sorgen diese treuen Begleiter für ein sicheres Vorankommen ihres Herrchens. Aber auch Servicehunde für Rollstuhlfahrer sind beliebt, sie können Türen öffnen oder Gegenstände bringen. Signalhunde können z.B. gehörlose Menschen auf wichtige Geräusche aufmerksam machen (Telefon, Türglocke, Rauchmelder…) oder für Epileptiker lebensrettend sein, indem sie einen bevorstehenden Anfall erkennen und Hilfe holen.

In der Arbeit „Assistenzhund am Arbeitsplatz“ erfahren Sie noch mehr über Assistenzhunde. Wir bedanken uns bei Petra Wegscheider, die uns diese Arbeit zur Verfügung gestellt hat.

Zur Person

Dr. Petra Wegscheider wurde 1987 in der Steiermark geboren. Behindertenstatus wegen einer chronischer Erkrankung seit dem Jugendalter. Abschluss Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin in Deutschland 2017. Arbeit in einem Rehabilitationszentrum in Bad Ischl. Tätigkeit als Behindertenvertrauensperson. Mit der Arbeit „Assistenzhund am Arbeitsplatz“ Abschluss der Ausbildung zur Arbeitsmedizinerin.

Download

Artikel „Assistenzhund am Arbeitsplatz“ (PDF)

Mehr Infos zum Thema Assistenzhund

[oesterreich.gv.at – Menschen mit Behinderung – Assistenzhund]


AutorIn: Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 22.03.2021
Artikel-Kategorie(n): Hilfsmittel und Therapien, News
Permalink: [Kurzlink]


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